In einem solchen Chaos war die Hamas noch nie. Israel hat die Terrororganisation in einen schweren Taumel gestürzt. Die Hamas sieht sich seit der Wiederaufnahme der Kämpfe sowohl massiven Protesten als auch schweren militärischen Schlägen ausgesetzt. Das Regime hat zahlreiche hochrangige Mitglieder verloren, kämpft mit Funktionsstörungen und verliert die Kontrolle. Die Palästinenser sind wütend über die andauernden Kämpfe und fordern einen Waffenstillstand. Aber in den letzten Tagen schlägt die Hamas brutal zurück – doch nicht vor der Kamera. Vor etwa drei Tagen hat die Hamas sechs Palästinenser gefoltert und ermordet. Einer der Getöteten war der 22-jährige Oday Nasser Al Rabay aus der Gaza-Stadt. Laut Berichten aus den Netzwerken und Telegram-Kanälen wurde Oday vor den Augen von Passanten brutal gefoltert und getötet. Damit sollte eine abschreckende Wirkung erzielt werden. Terroristen banden ihn mit einem Seil um den Hals, zogen ihn durch die Straßen von Gaza und prügelten ihn anschließend mit Knüppeln und Eisenstangen. Sein Vater verspricht in einer Videobotschaft Rache, aber ob diese Rache realistisch ist, ist sehr zu bezweifeln. Mit Grausamkeit lähmt die Hamas ihre eigenen Geschwister im Volk.
Aus unserem Telegram-Kanal:
„Hamas ist unsere Plage, eine Plage, die uns alle in die Hölle zieht“, textete ein Palästinenser aus dem Gazastreifen seinem israelischen Arbeitgeber im Süden.
Die Familie von Oday schwört Rache an der Hamas:
Keluarga Oday Nasser Al Rabay – seorang warga Palestina berusia 22 tahun yang diculik, disiksa, dan dibunuh Hamas sebagai yang „dikorbankan“ dalam kebohongan protes anti-Hamas di Gaza – bersumpah akan membalas dendam terhadap Hamas. pic.twitter.com/FJIHFcaWRs
— Vi Tu (@vianratulangi) March 30, 2025
Ein weiterer Palästinenser war Hussam al-Majdalawi, dem die Hamas-Terroristen auf dem zentralen Platz des Flüchtlingslagers Nuseirat in die Beine geschossen haben – ebenfalls vor der Öffentlichkeit. Laut anderen Quellen wurden mehrere weitere Palästinenser von Hamas-Terroristen entführt, nachdem sie an Protesten teilgenommen hatten. Ihr Schicksal ist bislang unbekannt. Dennoch ist in den sozialen Netzwerken die Wut auf die Hamas zu sehen. Gestern Abend wurde eine palästinensische Familie im Gazastreifen bei einem israelischen Angriff leicht verletzt. Als sie aus dem Krankenwagen ausstieg, schrie eines der Kinder vor den Kameras am Eingang des Krankenhauses, dass sich Hamas-„Kämpfer“ unter ihnen versteckt hätten und dass sie deswegen ums Leben gekommen wären, weil sie von israelischen Streitkräften angegriffen wurden. Der Vater wiederholt mehrmals, dass Allah seine Familie bewahrt habe. (Oder Israel war vorsichtig.) Dies ist ein authentischer Beweis dafür, dass Hamas-Terroristen die palästinensische Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde nutzen.
Beachtet die Wut in den Augen des Kindes. Der Junge hat vollkommen recht. Viral in den palästinensischen Netzwerken und Telegram-Kanälen.
Natürlich beschuldigt die Hamas Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde für die Proteste – beide wollen aus ihrer Sicht das Hamas-Regime stürzen. Während die Organisation die Demonstrationen zunächst einige Tage tolerierte, geht sie nun mit brutalen Mitteln gegen die Teilnehmer vor. Das schreckt die Palästinenser schnell ein. In den letzten Tagen sah sich die Hamas wachsender Wut aus der Bevölkerung ausgesetzt, insbesondere aufgrund der israelischen Luftangriffe im Streifen. Diese Angriffe führten zu neuen Evakuierungen aus Wohngebieten, aus denen Hamas Raketen auf Israel abgefeuert hatte.
Gleichzeitig wird die Hamas von der Bevölkerung scharf kritisiert, weil sie sich weigert, ihre Macht abzugeben, obwohl die Menschen dies fordern – in der Hoffnung, dass ein Waffenstillstand ihr Leid beenden würde. Die unaufhörlichen israelischen Luftangriffe verschärfen die Krise zusätzlich. Anders als früher wurden die jüngsten Proteste im Streifen nicht sofort brutal niedergeschlagen. Manche interpretierten dies als Zeichen einer Schwächung der Hamas nach den schweren Schlägen durch Israel. Doch die Hamas hat schnell klargestellt, dass sie ihre Kontrolle nicht aufgibt – indem sie gezielt Demonstranten tötet, die an den Protesten beteiligt waren.
Die Menschen in Gaza fürchten weitere Racheakte der Hamas gegen Demonstranten. Ein junger Palästinenser, der anonym bleiben wollte, sagte der Zeitung Asharq Al-Awsat, dass die Hamas – falls sie sich wie nach der vorherigen Waffenruhe erholt – die Demonstranten verfolgen werde. Laut Asharq Al-Awsat hat die Hamas seit der Wiederaufnahme der Kämpfe am 18. März schwere Verluste erlitten, darunter die gezielte Tötung politischer und militärischer Führungspersönlichkeiten sowie hoher Regierungsbeamter. Dies erschwert es der Hamas, die Verwaltung im Gazastreifen wie üblich zu führen – zumindest kurzfristig.

Zusätzlich berichtet die Zeitung von einem Chaos im Regierungsapparat des terroristischen Regimes aufgrund der gezielten Tötungen. Viele hochrangige Hamas-Funktionäre haben ihre Mobiltelefone ausgeschaltet und sind untergetaucht. Das für sich genommen behindert die Arbeit der Regierung, Polizei und Sicherheitskräfte der Hamas im Gazastreifen. Zudem wurden seit Beginn des Krieges erstmals keine Gehälter mehr an Regierungsmitarbeiter sowie politische und militärische Hamas-Mitglieder ausgezahlt.
Während einige Beobachter darin eine umfassende Schwächung der Hamas sehen, weisen Vertreter der Organisation diese Einschätzung zurück. Quellen innerhalb der Hamas bestätigten gegenüber Asharq Al-Awsat, dass es erhebliche Herausforderungen gebe – insbesondere, da die Schlüsselfiguren der Hamas im Gazastreifen von Israel einer nach dem anderen abgeballert werden. Dies zwinge sie, sich zu verstecken und ihre Aktivitäten einzuschränken, bis ein Waffenstillstand erreicht werde. So kann man eine Bevölkerung in Not nicht beherrschen und beistehen.
Während der letzten Waffenruhe, die 58 Tage dauerte, nutzte Israel zahlreiche Kollaborateure im Gazastreifen, um seine Zielbank zu aktualisieren – insbesondere in Bezug auf hochrangige Hamas-Mitglieder, die mehrere gezielte Tötungsversuche während des Krieges überlebt hatten. Quellen berichten, dass Israel die öffentlichen Zeremonien, die die Hamas im Rahmen der Geiselfreilassungen veranstaltete, gezielt zur Überwachung von Anführern und Fahrzeugen der Terrororganisation nutzte.
Ein Beispiel dafür ist die gezielte Tötung von Jamil al-Wadiah, einem Kommandeur des al-Shujaiya-Bataillons. Bei diesem Angriff wurden auch weitere hochrangige Hamas-Mitglieder ausgeschaltet, die an der Zeremonie zur Freilassung der Geiseln teilgenommen hatten.
In der Folge wurden weitere führende Persönlichkeiten der Hamas gezielt eliminiert:
- Abd al-Latif al-Qanoua, führender Hamas-Sprecher, wurde bei einem Angriff auf einen Unterschlupf im Norden des Gazastreifens getötet.
- Ashraf al-Gharbawi, ein hochrangiger Geheimdienstchef der Hamas, kam bei einem Angriff auf ein Gebäude in Gaza-Stadt ums Leben.
- Osama Tabash, ebenfalls ein führender Geheimdienstmitarbeiter, wurde ausgeschaltet.
- Ahmad al-Khyali, Koordinator zwischen dem Hamas-Geheimdienst und dem Innenministerium, wurde tödlich getroffen.
- Ahmad Shamali, stellvertretender Kommandeur der Gaza-Brigade, wurde ebenfalls eliminiert.
Auch fünf Mitglieder des Hamas-Politbüros wurden getötet:
Muhammad al-Juma’isi, Yasser Harb, Issam al-Dalis, Salah al-Bardawil und Ismail Barhoum.
Und dennoch – die Hamas zeigt sich weiterhin stark und ist zudem überzeugt, dass ein Waffenstillstand ihr aus der Patsche helfen würde, um ihre Kontrolle über den Gazastreifen zu festigen. In diesem Zusammenhang hat die Hamas der Einsetzung eines zivilen Hilfsausschusses zugestimmt, der die Verwaltungsangelegenheiten übernehmen soll. Israelische Sicherheitsquellen bestätigen, dass die Hamas trotz der jüngsten Entwicklungen weiterhin militärische und zivile Macht in Gaza besitzt. Gerade aus diesem Grund muss Israel weiterhin massiven Druck auf die Hamas im Gazastreifen ausüben. Natürlich ist damit an erster Stelle die palästinensische Zivilbevölkerung betroffen, die deswegen von einem Ort zur nächsten Sicherheitszone pendeln muss.

Die israelische Regierung macht deutlich, dass sie der Hamas keine Regierungsrolle im Gazastreifen zugestehen wird. Ein dauerhafter Waffenstillstand wird an die Bedingung geknüpft, dass die Hamas entwaffnet und ihre Führung aus dem Gazastreifen verbannt wird. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu äußerte sich zu Beginn der Kabinettssitzung am letzten Sonntag und betonte, dass sich der militärische Druck auf die Hamas als wirksam erwiesen habe. „Er funktioniert, weil er gleichzeitig auf zwei Ebenen wirkt: Einerseits zerschlägt er die militärischen und administrativen Fähigkeiten der Hamas, und andererseits schafft er die Bedingungen für die Freilassung unserer Geiseln. Genau das tun wir“, erklärte Netanjahu. „Die Hamas wird ihre Waffen niederlegen. Ihren Anführern wird erlaubt, das Gebiet zu verlassen. Wir werden für die allgemeine Sicherheit im Gazastreifen sorgen und die Umsetzung des Trump-Plans ermöglichen – das Programm für freiwillige Auswanderung. Das ist der Plan.“




