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Wenn man „Verhältnismäßigkeit“ beurteilt, ist der Standardansatz die Vorstellung, dass Dinge immer auf mehreren vergleichbaren Wegen möglich sind. Es führt jedoch leicht zu Fehleinschätzungen, wenn die Verhältnismäßigkeit im Zusammenhang mit den Gesetzen der Kriegführung diskutiert wird.
MISSVERSTÄNDNISSE
Zunächst sind zwei Missverständnisse zu klären, die fast jede Diskussion zu diesem Thema durchdringen, die aber solche Diskussionen zumindest im Kontext des Völkerrechts irrelevant machen. Die Verhältnismäßigkeit im Völkerrecht ist mit Blick auf einen einzelnen Schlagabtausch konzipiert. Die Anwendung des Gedankens auf einen gesamten Konflikt ist unsinnig. Man fordert dann etwa einen „fairen Kampf“. Es gibt jedoch keine Bestimmung im Völkerrecht, nach der ein Krieg ein fairer Kampf sein müsse. Es gibt auch keine Vorschrift im Völkerrecht, nach der eine Kriegspartei sich auf ein...
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