In den frühen Morgenstunden des Sonntags gegen 1.10 Uhr heulten in mehr als 70 Orten im Norden Israels die Sirenen, als die Terrorgruppe Hisbollah eine massive Raketenwelle in Richtung Israel abfeuerte. Ziel war unter anderem die Luftwaffenbasis Ramat David. Betroffen waren Orte wie Yokne’am, Nazareth, Afula sowie Gebiete im unteren Galiläa, im Jesreeletal und rund um den Carmel.
תיעוד היירוטים באזור נצרת pic.twitter.com/c5t7kokS9N
— i24NEWS (@i24NEWS_HE) September 21, 2024
Raketenabwehr über Nazareth
Ersten Berichten zufolge setzte die Hisbollah dabei erstmals seit dem Libanonkrieg 2006 wieder Fajr-5-Raketen ein. Die meisten Raketen wurden von der israelischen Abwehr abgefangen. Ein Mann wurde in Untergaliläa durch Trümmer leicht verletzt.
Die Hisbollah bekannte sich zu dem Angriff und erklärte: „Wir haben als Antwort auf die israelischen Angriffe Raketen auf den Luftwaffenstützpunkt Ramat David abgefeuert“. In mehreren Ortschaften rund um Afula kam es zudem zu Stromausfällen.
Nazareth, the hometown of Jesus, is under attack by Hezbollah.
The Israeli town, also known as ‚the Arab capital of Israel,‘ has a population that is around 70% Muslim and 30% Christian. pic.twitter.com/OiJSuOq6BO
— Israel ישראל (@Israel) September 22, 2024
Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) bestätigten, dass etwa zehn Raketen aus dem Libanon in israelisches Gebiet eingedrungen seien. Die meisten konnten abgefangen werden, eine Rakete schlug jedoch im Jesreeletal ein.
Später, gegen 4 Uhr morgens, heulten im Süden der Golanhöhen erneut die Sirenen. Die IDF erklärte, dass verdächtige Flugobjekte aus dem Irak abgefangen worden seien. Diese Objekte seien nicht in den israelischen Luftraum eingedrungen und es habe keine Berichte über Verletzte gegeben.
Gegen 5 Uhr morgens wurden erneut Raketen auf die Jesreelebene abgefeuert, wobei ein Viehstall direkt getroffen wurde. Mehrere Kühe starben und es entstand erheblicher Sachschaden. Die Polizei meldete Explosionen an mehreren Stellen.
Nach Angaben der IDF wurden insgesamt 24 Raketen in drei Wellen auf die Region um Ramat David und das Jesreeletal abgefeuert. Alle wurden vom Abwehrsystem erfolgreich neutralisiert.
Angesichts der sich zuspitzenden Lage hat der israelische Zivilschutz seine Sicherheitsrichtlinien für die nördlichen und südlichen Golanhöhen, das obere Galiläa, die Region Haifa und das Jesreeletal angepasst. Um 6.30 Uhr heulten auch in Akko und der Region Krayot die Sirenen.
In der Nacht hielt Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Sicherheitsbesprechung ab, an der hochrangige Minister und Militärvertreter teilnahmen. Der Luftraum nördlich von Hadera bleibt bis mindestens Dienstag geschlossen.
Das israelische Sicherheitskabinett wird am Sonntag um 17.30 Uhr in Tel Aviv zusammentreten, um über die jüngsten Ereignisse zu beraten.
Kurz nach Mitternacht gab die IDF bekannt, dass im Laufe des Tages insgesamt 290 Ziele im Südlibanon bombardiert wurden. Darunter befanden sich Raketenabschussbasen und terroristische Infrastrukturen der Hisbollah.
Die IDF betonte, dass die Operationen fortgesetzt würden, um die Kapazitäten und die Infrastruktur der Hisbollah weiter zu schwächen und zu zerstören.




