Alle meinen, Benjamin Netanjahu sei von Natur aus ein rechter, frommer Politiker, aber nein, das ist er nicht. Er geht diesen Weg, weil er der Mehrheit der israelischen Bevölkerung entspricht und nur so an der politischen Spitze bleiben kann. Ich denke, dass Netanyahu in der Theorie von der rechten Politik überzeugt ist, aber in der Praxis macht er oft das Gegenteil. Im Volk gibt es unter einem großen Teil seiner rechten Wählerschaft heftige Kritik an seinem politischen Verhalten. Seine Wähler sind enttäuscht und müde von ihm. Auch innerhalb der Likud-Partei wird Bibi von seinen Parteikollegen heftig kritisiert, aber nur leise und hinter vorgehaltener Hand. Doch wenn rechte Persönlichkeiten Bibi öffentlich in den Medien kritisieren, dann ist das schon etwas anderes.
„Die rechtsgerichtete Regierung tanzt Tango mit den Nazis“, warf der rechtsgerichtete Publizist und Archäologe Shimon Ricklin Netanjahu vor wenigen Tagen in den Medien vor. Ricklin, der Netanjahu und seine Regierung jahrelang im rechts-religiösen Fernsehkanal 14 verherrlicht hat, ist Netanjahus Worthülsen langsam überdrüssig. Er kritisierte die Führung seines Volkes unter Bibi scharf und fragte vor der Kamera, „ob seine Koalition mit den Nazis verhandelt“. Seit dem barbarischen Überfall auf den Süden Israels werden die palästinensischen Terroristen als Nazis bezeichnet.
כיצד זה יתכן.
שנתניהו ושרי הממשלה אומרים שמממשיכים עד השמדת חמאס.
ובמקביל.
הם מנהלים עם חמאס משא ומתן?
האם בעלות הברית ניהלו משא ומתן עם הנאצים במלחמת העולם השנייה?
ממש לא.
הם היו מחוייבים להשמדתם.
כל השאר לא עניין אותם.
ואצלנו?
״ממשלת ימין״ רוקדת טנגו סוער עם הנאצים.
פשוט בושה— שמעון ריקלין (@Riklin10) February 2, 2024
„Wie ist es möglich, dass Netanjahu und die Minister der Regierung sagen, dass sie bis zur Vernichtung der Hamas weitermachen werden, während sie gleichzeitig mit der Hamas verhandeln? Hätten die Alliierten im Zweiten Weltkrieg während des Holocausts und des Krieges mit den Nazis verhandelt? Sicher nicht, denn die Alliierten wollten das Naziregime vernichten, alles andere interessierte sie nicht. Und bei uns? Eine rechte Regierung tanzt einen stürmischen Tango mit den Nazis. Einfach schade.“
Arieh King, ein rechtsgerichteter israelischer Aktivist und Politiker, derzeit stellvertretender Bürgermeister von Jerusalem und Gründer der Israel Land Foundation, drückte es anders, aber ähnlich aus. King ist bekannt für seine Aktivitäten im Zusammenhang mit jüdischen Siedlungen in den arabischen Vierteln Jerusalems. „Netanjahu sagt Dinge und tut genau das Gegenteil“, kritisierte er vor wenigen Wochen im israelischen Rundfunk den Ministerpräsidenten Israels, Benjamin Netanjahu. „Netanjahu tut ständig das Gegenteil von dem, was er ankündigt, und jetzt plant er immer noch, der Palästinensischen Autonomiebehörde die Kontrolle über den Gazastreifen zu übergeben.“

„Wenn sein Minister Tzachi Hangebi gegenüber einer saudischen Zeitung sagt, die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) werde die Macht im Gazastreifen übernehmen, dann wissen wir alle, woher das kommt. Das ist Bibis letztes Ziel. Genauso wie er gesagt hat, dass er keinen Treibstoff importieren wird, und er hat es getan, genauso wie er viele andere Dinge gesagt und das Gegenteil getan hat. So wird Netanjahu auch die PA-Führung unter Mahmud Abbas nach Gaza bringen“, betonte King im Gespräch mit Radio 103. Hanegbi ist israelischer Politiker der rechtsgerichteten Likud-Partei und Nationaler Sicherheitsberater. Zuvor war er Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Minister für regionale Zusammenarbeit und Minister für Gemeinschaftsangelegenheiten.
King fügte hinzu: „Wenn dies Netanjahus einziger Fehltritt gewesen wäre, würde ich sagen: ‚Nun, wir alle machen hin und wieder Fehler. Ich mache auch Fehler, und ich habe mehr als ein oder zwei Fehler gemacht. Aber das Problem ist, dass Netanjahu, seitdem ich Bibi kenne, seit 1997, aus ideologischer Sicht seine Fehler immer gegen das gerichtet hat, was gut für die Rechte ist. Und gegen das, was gut für die Menschen in Israel ist.“ Aus Kings Sicht braucht das israelische Volk dringend einen wahren und gerechten Führer.

„Seit 1997, als Bibi den jüdischen Bau in Jerusalem einfror und dann Hebron übergab, sowie die Übergabe von Waffen an die palästinensische Autonomiepolizei. Später die Überweisung katarischer Gelder an die Hamas, obwohl jeder weiß, dass die Hamas keine Friedensbewegung ist“, so King. „Während des aktuellen Krieges ist Netanjahu derjenige, der ständig sagt ‚Wir werden keinen Treibstoff in den Gazastreifen lassen‘, aber dann lässt er ihn doch hinein. Humanitär hin, humanitär her. Dann spricht er von Bedingungen, wenn das Rote Kreuz unsere Entführten besucht, aber auch das passiert nicht. Jedenfalls macht der Mann ständig das Gegenteil und gibt nach.“ Dann fragte der Moderator Ynon Magal, ob King eine Alternative zu Bibi habe.
„Jeder, der noch nicht einmal auf einen kleinen Teil des Staates Israel verzichtet hat. Jeder. Wahrscheinlich jemand aus dem Likud. Netanjahu ist kein besonderer Mann. Netanjahu selbst hat in der Knesset für den Rückzug aus dem Gazastreifen gestimmt (Sommer 2005), das werden wir nicht vergessen“, antwortete King, der sich einen Volksführer wünscht, der die Evakuierung der jüdischen Siedler nicht unterstützt, der Hebron nicht aufgibt. „Ich sage nicht wer, ich sage nur was“.

In der Geschichte des Staates Israel hat kein anderer Politiker länger an der Spitze der Regierung gestanden als Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Es gibt viel Gutes, das niemand Bibi wegnehmen kann, aber die Kritik seiner rechtsgerichteten Kollegen ist berechtigt und nicht neu. Bibi ist nicht das, was man sich im Ausland oft unter ihm vorstellt. Selbst während der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump hat Bibi nach Ansicht jüdischer Siedler die einmalige Chance verpasst, große Veränderungen herbeizuführen, etwa die offizielle Anerkennung des biblischen Kernlandes Judäa und Samaria. Auch der Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem ist eher Trump zu verdanken als Netanjahu, der eine internationale Reaktion befürchtete. Mit anderen Worten: Wenn Bibi sagt: „Wir kämpfen bis zum Sieg in Gaza, vernichten die Hamas und befreien alle israelischen Geiseln“, dann darf man sich nicht wundern, wenn bei Bibi das Gegenteil passiert. Das sage nicht ich, das sagen seine rechten Kollegen und Freunde um ihn herum.





Mich macht stutzig, dass Bibi im WEF gelistet ist. Könnte das was mit seinen Entscheidungen zu tun haben? Übrigens auch Abbas…
Jürgen Werner
(Aviel Schneider auf Telegramm: Es ist verblüffend, wie der schlimmste Anschlag, der jemals auf den Staat Israel verübt wurde, zum Katalysator für die dringende Gründung eines palästinensischen Staates geworden ist. Alle reden über einen Palästinenserstaat, als ob das eine Belohnung zum Überfall am 7.Oktober ist.
Mitglieder des israelischen Kabinetts fordern eine dringende Debatte und eine klare Antwort auf den entschlossenen Vorstoß von Präsident Biden für einen palästinensischen Staat.)
Und ganz vorne bei der Forderung stehen die BESTEN FREUNDE – USA und Deutschland. Sind diese beiden Staaten vielleicht sogar die Speerspitze der Feinde des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs?
Seit rund einem Jahr mit Beginn der landesweiten Proteste gegen die Justiz-Reform wird nicht allein Israel kräftig durchgeschüttelt, sondern auch all seine – in welcher Form auch immer – Unterstützer. Wenn jetzt auch noch Zweifel an der Verlässlichkeit von Netanjahu dazu kommen, dann ist die Lage sehr ernst. Aber glücklicherweise wacht der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs über die Vorgänge um Israel. Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht. Psalm 121.4
Der Kampf gegen die Hamas sollte aggressiver geführt werden: Viren in dem Treibstoff, der geliefert wurde und ihn biologisch zersetzt. GPS-Ortung in Hilfsgüter, um Terrorzellen auszuheben, mehr verdreckte Ermittler, die sich unters Volk mischen.