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Israel und die kirchlichen Patriarchen

Ein Statement kirchlicher Patriarchen bedankt sich und würdigt die reichhaltigen Bemühungen des Staates Israel zum Schutz der Christen im Land.

Traditioneller Neujahrsempfang für die Führer der christlichen Gemeinschaft in Israel mit Staatspräsident Isaac Herzog und Innenministerin Ayelet Shaked Foto: Kobi Gideon/GPO

Eine am 13. Dezember 2021verfasste Erklärung etlicher kirchlicher Patriarchen in Israel unterscheidet sich wesentlich von früheren Veröffentlichungen ihrer Vorgänger.

Die drei Hauptverfasser, der Griechisch-Orthodoxe, der Lateinische und der Anglikanische Patriarch, sind bekannt für ihre Freundschaft mit Israel. Auf dem Neujahrsempfang für christliche Leiter Ende Dezember nannte der israelische Präsident Isaac Herzog sie „meine Freunde“.

Doch scheinen „radikale Randgruppen“ die guten Bemühungen der Regierung zu unterwandern. Diese Gruppen werden nicht als Muslime oder Juden definiert, aber sie sind radikal und machen Kirchen im Land das Leben schwer. Sie wollen den Grund und Boden, der den Christen in Israel gehört, antasten und gefährden damit das Überleben der Kirchen im Land.

Die Einnahmen aus ihren Ländereien stellen die einzige substanzielle Einkommensquelle der Kirche dar. Immerhin haben sie hohe Ausgaben zu schultern, wie der Erhalt heiliger Stätten oder die Finanzierung ihrer Krankenhäuser.

Der 2021 vom Obersten Gerichtshof in Israel als legal eingestufter, aber bis heute heftig umstrittene „Verkauf“ christlichen Eigentums im Jahre 2004 wird von vielen Israelis und Geistlichen mit Skepsis betrachtet. Es seien zweifelhafte Mittel eingesetzt worden, heißt es. Der Verkauf bereite den Kirchen große Sorge.

Siehe auch: Gericht vergibt große Eigentumsanteile der Kirche an jüdische Organisation in Jerusalem

Die Entscheidung des Gerichts stützt sich auf den Azarya-Gesetzentwurf von 2017 in der Knesset, der das Recht auf Verstaatlichung von Kircheneigentum unter bestimmten Bedingungen durch den Staat Israel fordert.

Bislang hatten Netanjahu und Rivlin in der israelischen Vorgängerregierung mehrfach ihr Veto gegen diesen Gesetzentwurf eingelegt. Aber der Gesetzesentwurf kommt immer wieder auf den Tisch.

Dieser Umstand ist im Land bekannt und musste in der Erklärung der kirchlichen Patriarchen nicht ausdrücklich erwähnt werden. In dem Statement werden zum Schutz aller Betroffenen keine Namen genannt. Die Erklärung ist nicht an anti-israelischer Propaganda interessiert. Man möchte, wie die letzten beiden Punkte der Erklärung es ausdrücken, gemeinsam mit Israel einen Weg zu finden, um ein riesiges Problem zu lösen.

Staatspräsident Herzog auf dem Neujahrsempfang für christliche Leiter. Foto: Kobi Gideon/GPO

Die Antworten von Präsident Herzog und Innenministerin Ayelet Shaked zeigen Verständnis für die Besorgnis der Kirchenoberhäupter. Man habe damit begonnen, an der Problematik zu arbeiten, hieß es.

Das kirchliche Statement hat nichts mit der abscheulichen Ersatztheologie zu tun, weder mit dem aggressiven antisemitischen Kairos-Papier noch mit der bekannten anti-Israel-Hetze, die von den muslimischen Palästinensergebieten ausgeht und die manchmal besonders von protestantischen Kirchen wie durch ein Megafon in aller Welt verbreitet wird. Viele Israelis und Christen arbeiten gemeinsam daran, solcherlei Lügen aufzudecken.

Die neuste Erklärung der Kirchenoberhäupter zeigt ein anderes Niveau. Die Erklärung lügt nicht, folgt keiner Ersatztheologie und würdigt die enormen Bemühungen des Staates Israel, mit Christen zusammenzuarbeiten und ihnen im Land ein gutes Leben zu bieten.

Radikale Elemente sind, wie in jedem anderen Staat, nichtsdestotrotz auch in Israel vorhanden. Sie agieren gegen Christen und versuchen, die guten Bemühungen des Staates zu unterwandern. Wo derartiges geschieht, kommen in der Regel sofort andere Israelis und beheben den Schaden. Die israelische Regierung nimmt bei solchen Anlässen umgehend Stellung gegen solche Gruppen und verurteilt die Gesetzesübertreter.

Als beispielsweise im Jahr 2015 radikale Jugendliche Feuer in einem Kloster in Tabga am See Genezareth legten, kamen der damalige Präsident Rivlin sowie viele Israelis und halfen, den Schaden zu beseitigen. Die Jugendlichen wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt und die Regierung zahlte einen hohen Schadensersatz.

Weniger bekannt sind die häufigen und schrecklichen Angriffe muslimischer Radikale gegen Christen in Bethlehem, Beit Jalla, Gaza und vielen anderen Orten in der Palästinensischen Autonomiebehörde. Überfalle, Diebstähle, Brandstiftungen, Enteignungen und Gesetzlosigkeit sind dort an der Tagesordnung. Christen werden bestraft, wenn sie sich wehren. So bleibt ihnen oft nur die Emigration. Das ist der Grund, warum die Zahl der Christen in den christlichen Gebieten unter der PA rapide abnimmt.

Die Zahl der Christen in Israel hingegen steigt kontinuierlich. In Israel wehrt man sich bei Unrecht. Es gehört zu Israel, dass Ungerechtigkeit angeprangert wird. Und genau das haben die Patriarchen mit ihrer Erklärung getan. Präsident Herzog und Innenministerin Shaked haben dies auf dem Jahresempfang bestätigt.

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Patrick Callahan

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