Gericht vergibt große Eigentumsanteile der Kirche an jüdische Organisation in Jerusalem

Historisches Urteil beendet den 14-jährigen Rechtsstreit, in dem die orthodoxe Kirche behauptet, von israelischen Juden betrogen worden zu sein.

Gericht vergibt große Eigentumsanteile der Kirche an jüdische Organisation in Jerusalem
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Das Oberste Gericht Israels hat entschieden, dass die griechisch-orthodoxe Kirche die Pacht ihres Eigentums an Ateret Cohanim, eine israelisch-jüdische Organisation, die sich für die Schaffung einer jüdischen Mehrheit in der Altstadt Jerusalems einsetzt, doch vergeben muss. (Siehe ausführlichen Artikel zu Ateret Cohanim)

Die lukrativen Gebäude der Kirche innerhalb des beliebten Jaffa-Tor-Eingangs zur Altstadt wurden 2004 für 99 Jahre an Ateret Cohanim („die Krone Jerusalems“) verpachtet. Das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem, dem die Liegenschaften gehören, hat die gerichtliche Entscheidung jedoch angefochten, indem sie behaupteten, dass der damalige Finanzdirektor von den Israelis bestochen worden sei, den Pachtvertrag abzuschließen. Mehrere israelische Gerichte entschieden hingegen, dass die Kirche nicht genügend Beweise vorgelegt habe, um ihre Anschuldigungen zu stützen.

Nach dem nunmehr 14-jährigen Kampf in den Vorinstanzen hat jetzt der Oberste Gerichtshof Israels entschieden, dass die griechisch-orthodoxe Kirche den 2004 unterzeichneten 99-jährigen Pachtvertrag für drei Gebäude der Kirche einhalten muss.

Zu den verpachteten Gebäuden gehört das Hotel Imperial sowie das nahe gelegene Petra Hotel, beides historische Wahrzeichen im Herzen von Jerusalems christlichem Viertel, gegenüber der Davidszitadelle und der protestantischen Christ Church.

Die Entscheidung über diese bedeutenden Besitztümer wird die jüdische Präsenz in der Altstadt von Jerusalem stärken. In einer Erklärung der griechisch-orthodoxen Kirche heißt es: „Unsere Rechtsabteilung prüft in Zusammenarbeit mit Experten des internationalen Rechts alle Möglichkeiten, den Pachtvertrag für die Liegenschaften am Jaffa-Tor aufzuheben.“

Die Kirche behauptete weiter, dass das Urteil „negative Auswirkungen auf die christliche Präsenz in der Heiligen Stadt haben wird“ und sagte, dass es die „unfaire Entscheidung“ weiter anfechten werde. „Fairness“ ist jedoch keine rechtliche Anforderung an ein Gericht. Die Kirche muss sich jetzt danach richten, die langfristige Souveränität der jüdischen Bevölkerung über dieses bedeutende Stück Jerusalemer Immobilien zu gewährleisten.

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