Wer durch die Straßen von Lissabon läuft, sieht schnell, dass auch hier der Nahostkonflikt seine Spuren hinterlassen hat: Graffitis und allerlei Kritzeleien. „Free Palestine“ oder „Viva Palestine“ sowie palästinensische Fahnen prangen an den Wänden der Stadt. Doch auffällig ist: Diese Botschaften bleiben nicht unkommentiert. Immer wieder waren die pro-palästinensischen Schmierereien mit pro-israelischen Tags übermalt – mal ein Davidstern, mal ein derber Penis als spöttische Antwort auf die anti-israelischen Parolen. Die Graffitis erzählen von der Ferne von einem Krieg, der Portugal selbst nicht prägt. Denn im Alltag begegnet man hier einer überraschenden Offenheit, Sympathie und Gelassenheit gegenüber Israelis. Während die Wände sprechen, erzählen auch die Lebenswege von Israelis, die nach Portugal ausgewandert sind, Geschichten von Flucht, Neubeginn und Identität – eine andere Farbe der Graffitis.
Man kann sich darüber streiten, ob das derbe Penis-Graffiti geschmackvoll ist oder nicht. Aber das eigentliche Signal ist unübersehbar: Israelis oder ihre Freunde im Ausland halten nicht den Mund. Sie lassen die anti-israelischen Sprüche und Graffitis nicht unberührt stehen, sondern setzen ihre eigenen Zeichen....
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