(JNS) Die 25. Knesset wurde am 17. Juli aufgelöst. Während sich die Umfragen deutlich darin unterscheiden, wie sich das Kräfteverhältnis zwischen dem Lager des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und seinen Gegnern entwickelt, räumen die meisten Erhebungen keiner Seite einen nennenswerten Vorsprung ein. Dadurch rücken erneut Israels kleinere Parteien – insbesondere die haredischen (ultraorthodoxen) Parteien – in den Mittelpunkt der Koalitionsarithmetik, die darüber entscheiden wird, wer nach der Wahl am 27. Oktober regiert.
Darin liegt eines der beständigen Paradoxe der israelischen Politik. Schas und das Vereinigte Tora-Judentum (UTJ) verfügen zusammen nur über etwa 15 Prozent der 120 Sitze der Knesset. Sie konkurrieren nicht um das Amt des Ministerpräsidenten, haben nie versucht, Israels größte Partei zu werden, und führen ihren Wahlkampf in erster Linie mit Blick auf die Interessen der Gemeinschaften, die sie vertreten. Dennoch verschafft ihnen ihre Schlüsselrolle bei den Koalitionsverhandlungen einen Einfluss, der weit über ihre eigentliche Wahlstärke hinausgeht.
Ihr Einfluss beschränkt sich nicht darauf, zu bestimmen, wer Ministerpräsident wird. Durch ihre Beteiligung an aufeinanderfolgenden Regierungen haben die haredischen Parteien...
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