Während sich Juden weltweit auf die Hohen Feiertage vorbereiten, zeichnet Israels Nationale Sicherheitsbehörde ein düsteres Bild. Kurz vor Rosch Haschana warnte die Behörde vor einer deutlich erhöhten Gefahr für israelische und jüdische Einrichtungen im Ausland. Die Lage habe sich im vergangenen Jahr spürbar zugespitzt, nicht zuletzt durch den Gaza-Krieg und die wachsende antisemitische Hetze in westlichen Gesellschaften.
Im Bericht heißt es, dass Iran nach wie vor die treibende Kraft hinter Anschlagsplänen sei – direkt oder über Stellvertreter wie die Hisbollah und Hamas. Teheran suche nach Vergeltung für die schweren Verluste während der Operation „Ein Volk wie ein Löwe“ und versuche, weltweit israelische Ziele ins Visier zu nehmen. Dutzende Anschlagsversuche seien bereits vereitelt worden, darunter auch Angriffe auf Botschaften und ehemalige israelische Spitzenpolitiker.
Auch Hamas selbst intensiviert nach Angaben der Sicherheitsbehörde ihre Aktivitäten im Ausland. Dazu gesellen sich weitere islamistische Netzwerke wie Al-Qaida oder der sogenannte Islamische Staat, die ebenfalls weiterhin Anschläge auf Juden und Israelis planen. Eine besondere Brisanz bekommt die Lage durch den zweiten Jahrestag des Hamas-Massakers am 7. Oktober, der Extremisten zusätzlichen Anreiz geben könnte, Anschläge zu verüben – sei es organisiert oder durch sogenannte „Einsame Wölfe“.
Parallel zur Terrorgefahr wächst der Antisemitismus in vielen westlichen Ländern. Die Analyse spricht von einer deutlichen Zunahme an Angriffen auf Juden – nicht nur in Form von Schmähungen oder Boykottaufrufen, sondern bis hin zu physischer Gewalt. Befördert werde diese Entwicklung durch eine aggressive antiisraelische Kampagne, die in sozialen und klassischen Medien von pro-palästinensischen Gruppen betrieben werde.
Die Sicherheitsbehörde ruft Israelis im Ausland zu höchster Wachsamkeit auf. Dazu gehören praktische Hinweise: keine offen sichtbaren jüdischen oder israelischen Symbole zu tragen, in der Öffentlichkeit kein Hebräisch zu sprechen, Demonstrationen und ungesicherte Großveranstaltungen zu meiden und auf Reisen stets das Umfeld genau zu beobachten. Besondere Vorsicht sei in Ländern geboten, die traditionell als Hochrisikogebiete gelten – darunter Iran, Syrien, Libanon, Jemen, Pakistan, Afghanistan, Ägypten, die Türkei und der Sinai.
Auch die digitale Welt ist Teil der Warnung. Inhalte in sozialen Netzwerken können nach Angaben der Behörde ein Sicherheitsrisiko darstellen, insbesondere wenn sie Rückschlüsse auf Aufenthaltsorte oder militärischen Hintergrund zulassen. Jüngst sorgte eine pro-palästinensische NGO mit Sitz in Brüssel für Aufsehen, die versucht, israelische Soldaten anhand ihrer Social-Media-Profile juristisch zu verfolgen.
Der Tenor der Warnung ist eindeutig: Die Bedrohungslage für Juden und Israelis im Ausland ist aktuell so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Wer in den kommenden Wochen verreist, soll sich informieren, Vorsicht walten lassen und vor allem eines im Hinterkopf behalten – die Feinde Israels suchen nicht nur im Nahen Osten nach Angriffszielen, sondern weltweit




