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Vierjährige Geisel kehrt nach Hause zurück, aber Avigail hat keine Eltern mehr

Die Eltern der kleinen Avigail Idan wurden am 7. Oktober getötet, sie wird nach ihrer Freilassung bei der Tante leben.

Avigail
Kinderzimmer wurden zur Todesfalle. Auch für die Familie von Avigail. Foto von Erik Marmor/Flash90

Avigail Idan, die in Hamas-Gefangenschaft am letzten Freitag vier Jahre alt wurde, wurde während des Massakers vom 7. Oktober, bei dem ihre Eltern, Roey und Smadar, getötet wurden, zu einer Waise. Avigail, die die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, ist zu einer Art Symbol für die fast 40 Kinder geworden, die vermutlich von der Hamas als Geisel verschleppt wurden, nachdem US-Präsident Joe Biden ihre Notlage in einem Telefonat mit dem Emir von Katar Anfang des Monats angesprochen hatte.


Sie wurde am 7. Oktober aus ihrem Haus im Kibbuz Kfar Aza entführt. Ihre Eltern, Roey und Smadar Idan, wurden ermordet. Ihre älteren Geschwister, Michael, 9, und Amalya, 6, überlebten, indem sie sich 14 Stunden lang in einem Schrank in ihrem Zimmer versteckten.

Avigails Vater, ein Fotograf für Ynet, hielt sie auf seinem Arm, als er erschossen wurde. Das Mädchen kroch später unter seinem leblosen Körper hervor und rannte schutzsuchend zu den Nachbarn. Der Nachbar, Avichai Brodutch, brachte sie zu seiner Familie in den Schutzraum. Er selbst verließ das Haus wieder, um gegen die Terroristen zu kämpfen, wobei er verwundet wurde. Bei seiner Rückkehr nach Hause musste er feststellen, dass seine Frau und seine drei Kinder zusammen mit Avigail verschwunden waren. Später erfuhr er, dass sie als Geiseln in Gaza gehalten wurden. Hagar, Ofri, Yuval und Uriah Brodutch wurden zusammen mit Avigail am Sonntagabend freigelassen.

 

Zu Hause ohne Eltern

Seit dem gestrigen Sonntag ist Avigail nun wieder frei, aber kehrt in eine Familie ohne Eltern und Haus zurück. Ihre Tante, Ella Mor, wird sie und ihre Geschwister wahrscheinlich bei sich aufnehmen. Kurz vor der Freilassung der Geiseln am Sonntag veröffentlichte sie eine Videobotschaft an das Land, in der sie betonte, dass Avigail vorerst Ruhe braucht.

„Ich bin Ella, Gulis (Avigails) Tante. Wir sind sehr aufgeregt und warten hier im Hubschrauberbereich auf sie. Sie wird bald hier sein. Ich möchte dem ganzen Land dafür danken, dass es uns und sie unterstützt, geliebt und umarmt hat, aber es ist mir wichtig zu sagen, dass Guli eine Familie hat“, erklärte sie.

Sie fügte hinzu, dass Avigail „Privatsphäre und Zeit und Ruhe braucht, also bitte keine Medien im Moment. Keine Telefone, kein Filmen. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt eine Erklärung für die Medien abgeben, wenn es nötig ist, aber im Moment bitten wir Sie, ihr Zeit zu geben. Danke.“

 

Bibi, Biden und das jüdische Volk

Nicht nur US-Präsident Biden war von Avigails Schicksal gerührt, auch Premierminister Benjamin Netanjahu und natürlich das gesamte jüdische Volk hat die kleine Waise ins Herz geschlossen. Netanjahu erklärte am Sonntagabend, ganz Israel sei jetzt Avigails Familie.

„Ich habe soeben mit Präsident Biden telefoniert und dabei natürlich auch über die kleine Avigail gesprochen“, so Netanjahu. „Was für eine Freude ist es, sie bei uns zu sehen, aber andererseits ist es auch traurig, dass sie in eine Realität zurückkehrt, in der sie keine Eltern hat. Sie hat keine Eltern – aber sie hat eine ganze Nation, die sie umarmt, und wir werden uns um alle ihre Bedürfnisse kümmern.“

Man kann sich nur schwer vorstellen, was eine Dreijährige alleine in Gefangenschaft durchmachte. Jetzt, nach ihrer Befreiung, kann sie nicht einmal ihre Eltern in die Arme nehmen, wie sie es sich wahrscheinlich 50 Tage lang herbeigesehnt hatte.

Avigail Idan,Foto mit freundlicher Genehmigung der Familie
Avigail Idan, Foto mit freundlicher Genehmigung der Familie

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Patrick Callahan

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