David Cunio, eine ehemalige Geisel, die mehr als zwei Jahre lang von der Hamas festgehalten wurde, hat sein Schweigen gebrochen und einen bewegenden Bericht über sein Überleben, die Trennung und die psychischen Qualen während seiner 738-tägigen Gefangenschaft in Gaza veröffentlicht.
Cunio, der am 7. Oktober 2023 zusammen mit seiner Frau Sharon und ihren Zwillingstöchtern aus dem Kibbuz Nir Oz entführt worden war, beschrieb in einem Interview, das auf dem israelischen Kanal 12 ausgestrahlt wurde, die Schrecken, die sie durch die Terroristen der Hamas erleben mussten.
Er erzählte von dem Moment, in dem der Albtraum begann: Durch Schüsse und Sirenen geweckt, kauerte die Familie in ihrem Schutzraum, während terroristen Häuser in Brand setzten. Auf der Flucht vor dem Rauch versuchte Cunio, mit einer seiner Töchter, Yuli, zu entkommen, wurde jedoch im Hof gefangen genommen. In dem Chaos wurde die Familie getrennt.
In den ersten Tagen ihrer Gefangenschaft wurde Cunio zusammen mit Sharon und Yuli festgehalten, hatte jedoch keine Ahnung, was mit ihrer anderen Tochter, Emma, geschehen war. Der Moment ihrer Wiedervereinigung einige Tage später in einem Krankenhaus in Khan Yunis war bittersüß: Emma war unterernährt, traumatisiert und erkannte ihre Eltern zunächst nicht. Nur der Gesang ihrer Mutter schien sie zu beruhigen.
„Sie versuchten, uns für Propagandazwecke zu filmen“, sagte Cunio. „Aber Emma hatte schreckliche Angst. Nachts schrie sie wegen ihrer Albträume. Die Terroristen schrien uns an, wir sollten sie zum Schweigen bringen. Wie soll man ein dreijähriges Kind zum Schweigen bringen, das vor Angst zittert?“
Am 49. Tag wurden Sharon und die Zwillinge im Rahmen eines Geiselaustauschs freigelassen. Cunio blieb zurück – ohne zu wissen, dass seine eigene Freilassung erst 682 Tage später erfolgen würde.
Sein Zustand verschlechterte sich rapide. Cunio wurde in das unterirdische Tunnelnetzwerk der Hamas gebracht und litt dort unter Hunger, Dehydrierung und unerbittlicher körperlicher Belastung. Er überlebte mit einer halben Pita und einem Viertel Liter Wasser pro Tag. Manchmal wurden die Geiseln gezwungen, kilometerweit unterirdisch zu kriechen oder zu marschieren.
„Da unten bist du kein Mensch mehr“, erinnert er sich. „Du lebst, weil du musst. Du überlebst, weil du keine andere Wahl hast.“
Cunios Geschichte ist eine erschreckende Erinnerung an die menschlichen Kosten des Terrorismus. Sie ist auch ein Zeugnis der Widerstandsfähigkeit, der Liebe eines Vaters und der Stärke des menschlichen Geistes angesichts unvorstellbaren Leidens.




