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Türkei eröffnet Moschee in Gaza – benannt nach dem „Vater des globalen Dschihad“

Mitten im Wiederaufbau des Gazastreifens weiht Ankara ein Gotteshaus ein, dessen Namensgeber als ideologischer Wegbereiter von al-Qaida gilt. In Jerusalem wird die Entscheidung als politisches Signal gewertet.

Ein Bulldozer mit türkischer Flagge räumt Trümmer in Khan Yunis im südlichen Gazastreifen. Ankara engagiert sich sichtbar im Wiederaufbau – und setzt damit zugleich politische Zeichen. 23. Oktober 2025. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90.

Die Türkei hat in Gaza-Stadt eine Moschee eröffnet, die den Namen von Abdullah Yusuf Azzam trägt – einem Mann, der in sicherheitspolitischen Analysen vielfach als „Vater des globalen Dschihad“ bezeichnet wird. Die Einweihung erfolgte durch die türkische Religionsbehörde Diyanet, die direkt dem Präsidentenamt in Ankara untersteht.

Offiziell handelt es sich um ein Wiederaufbauprojekt im Rahmen humanitärer Unterstützung für den Gazastreifen. Neben der Abdullah-Azzam-Moschee wurden zwei weitere Moscheen neu eröffnet oder restauriert. Ankara betont den religiösen und sozialen Charakter der Initiative.

Doch die Namenswahl ist alles andere als neutral.

Der ideologische Hintergrund

Abdullah Yusuf Azzam spielte in den 1980er-Jahren eine zentrale Rolle bei der Mobilisierung islamistischer Kämpfer im Afghanistan-Krieg. Er gilt als Mentor von Osama bin Laden und als Mitbegründer jener Strukturen, aus denen später al-Qaida hervorging.

Seine Lehre definierte den bewaffneten Dschihad als individuelle Pflicht für Muslime weltweit. Diese Idee markierte einen ideologischen Wendepunkt: Aus regional begrenzten Konflikten wurde ein globales Mobilisierungskonzept.

Eine Moschee nach einem solchen Vordenker zu benennen, ist daher keine bloße historische Referenz, sondern eine symbolische Setzung mit politischem Gewicht.

Reaktion aus Jerusalem

In Israel wird die Ehrung Azzams als politisches Signal verstanden. Der israelische Minister für Diaspora-Angelegenheiten und Antisemitismusbekämpfung, Amichai Chikli, reagierte öffentlich auf der Plattform X und schrieb:

„Was für eine „Geste“ aus der Türkei: Eine Moschee in Gaza zu finanzieren, die nach Abdullah Azzam benannt ist – dem Mann, der Osama bin Laden betreute und al-Qaida mitbegründete.

Erdogans Türkei ist ein gefährliches trojanisches Pferd und treibt aktiv mit al-Qaida verbundene Netzwerke in Gaza, Syrien und Mogadischu, Somalia, voran.

Die fortgesetzte Blindheit des Westens gegenüber Erdogans Spiel ist äußerst gefährlich.

Wacht auf, bevor es zu spät ist.“


Die Wortwahl macht deutlich, dass Jerusalem diese Entscheidung nicht als religiöse Hilfsmaßnahme interpretiert, sondern als ideologisch aufgeladene Botschaft.

Religionspolitik als geopolitisches Instrument

Die Diyanet – offiziell die „Präsidentschaft für Religionsangelegenheiten“ – ist eine staatliche Behörde der Türkei, die Moscheen verwaltet, Imame entsendet und religiöse Leitlinien festlegt. Sie untersteht direkt dem Präsidenten und verfügt über ein Milliardenbudget sowie zehntausende Mitarbeiter.

Unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat sich die Diyanet zunehmend zu einem strategischen Instrument türkischer Außenpolitik entwickelt. Moscheebauten im Ausland – von Europa über Afrika bis in den Nahen Osten – dienen nicht allein spirituellen Zwecken. Sie schaffen Netzwerke, kulturelle Bindungen und politischen Einfluss.

Gerade im Gazastreifen, wo religiöse Narrative eng mit politischer Macht verflochten sind, ist Symbolpolitik niemals beiläufig.

Mehr als ein Bauprojekt

Der Gazastreifen ist heute nicht nur ein humanitäres Krisengebiet, sondern auch ein ideologischer Raum. Wer dort Infrastruktur schafft, schafft Einfluss. Wer dort Namen setzt, setzt Zeichen.

Die Entscheidung, ein neues Gotteshaus nach einem Theoretiker des globalen Dschihad zu benennen, fügt sich in ein größeres Bild türkischer Ambitionen im Nahen Osten – religiös legitimiert, politisch kalkuliert und strategisch langfristig gedacht.

Diese Moschee ist damit mehr als ein Bauwerk. Sie ist ein Signal.

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Patrick Callahan

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4 Kommentare zu “Türkei eröffnet Moschee in Gaza – benannt nach dem „Vater des globalen Dschihad“”

  1. Francis Mo sagt:

    Bingo, das war zu erwarten das kaum die Türkei die Gelegenheit bekommt seine Tentakel aus zu strecken nimmt Erdogango frech und rücksichlos die Gelegenheit war. jetzt bauen mir auf die Sofiamosche in Istanbul eine grosse Synagoge und in Ankara eine noch grössere Kirche.

  2. Andrew Manner sagt:

    Weg mit den faschistoiden Erdogan-Moscheen – besonders auch bei uns in der EU und Deutschland!

  3. Roland Kunz sagt:

    Einmal mehr ein sehr guter Beitrag von Dov Eilon. Einzig 2 Aspekte sehe ich anders. Dov schreibt: „Moscheebauten im Ausland – von Europa über Afrika bis in den Nahen Osten – dienen nicht allein spirituellen Zwecken». Doch, würde ich schon sagen, aber der Spirit, an den diese Vorgänge andocken, ist ein schlechter. Insofern sind eben auch die Netzwerke, kulturellen Bindungen und der politische Einfluss, den sie schaffen, von diesem «Bad Spirit» durchdrungen. Daraus ergibt sich, dass das neue Gebäude – benannt nach einem Theoretiker des globalen Dschihad – eben nicht ein Gotteshaus ist, sondern ein Götzenhaus. Gläubige Juden und Christen sollten diesbezüglich nicht die säkulare Terminologie übernehmen, sondern sagen was Sache ist.

  4. Stephan Wolf sagt:

    Auf dieser Sache ruht kein Segen, die Moschee wird nicht lange stehen. So, wie Azzam selbst ein gewaltsames Ende gefunden hat, so werden auch alle Projekte enden, die sich auf ihn beziehen.

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