Syrien besteht aus vielen Minderheiten: Drusen, Alawiten, Christen, Kurden und weiteren. Das säkulare (alawitische) Regime der Baath-Partei – unter Hafez al-Assad und später seinem Sohn Baschar – gewährte diesen Minderheiten Religionsfreiheit und Schutz. Dieser Schutz verlieh dem Regime von Baschar, das infolge des Bürgerkriegs dem Untergang geweiht war, gewissermaßen lebensverlängernden Sauerstoff. Tatsächlich spielte das syrische Regime während des seit 2011 andauernden Bürgerkriegs die Minderheitenkarte geschickt aus.
Jahrelang galt die einfache Gleichung: Wenn Assad gestürzt wird, würden islamistische Gruppen Chaos verursachen und die Minderheiten auslöschen. Wir alle haben die Gräueltaten des IS gegenüber Christen, Kirchen sowie anderen Minderheiten wie den Jesiden gesehen – sowohl in Syrien als auch im Irak.
Zudem gab es de facto keinen einzigen westlichen Staat, der ernsthaft den Sturz Assads wollte – trotz Sanktionen gegen sein Regime und dessen Funktionäre. Im Gegenteil: In den letzten zwei Jahren wurde Assad wieder in den Kreis der arabischen Staaten aufgenommen, nachdem er zuvor ausgeschlossen worden war, und nahm sogar mehrfach an arabischen Gipfeltreffen teil.
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