Wenn die Ampeln auf den Autobahnen im Norden Israels auf Rot schalten, sieht man oft kleine Gestalten zwischen den Reihen der stehenden Autos hin und her huschen.
Bei Regen oder Sonnenschein schlängeln sich Jungs – manche nicht älter als fünf Jahre – durch die Abgase. Sie halten Plastikflaschen oder Kleinigkeiten in den Händen; manchmal betteln sie einfach um Geld.
Die Anwesenheit von Hunderten dieser Kinder ist an Kreuzungen von Galiläa bis Hadera zu einem vertrauten Anblick geworden: flüchtige Silhouetten in den Rückspiegeln eines Landes, das stolz auf seinen Fortschritt und seine sicheren Grenzen ist, aber eine Schattenwirtschaft beherbergt, in der Menschenhändler Kinder aus Judäa und Samaria schicken, um ihr Leben und das anderer für Kleingeld zu riskieren.
Im vergangenen Monat kam es in Israel zum ersten physischen Protest gegen das Phänomen, das in den letzten zehn Jahren als „die Kreuzungskinder” bekannt geworden ist.
Nach Berichten über Gewalttaten einiger Bettler und dem Tod von drei Kindern bei Verkehrsunfällen demonstrierten Einwohner Galiläas während der Hauptverkehrszeit an der Yasif-Kreuzung und forderten offizielle Maßnahmen. Eine weitere...
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