Lufthansa verweigert orthodoxen Juden den Weiterflug

Weil zwei Fluggäste einer orthodox-jüdischen Gruppe keine Maske tragen wollten, verweigerte Lufthansa der ganzen Gruppe den Weiterflug – Antisemitismus oder einfach nur Dummheit?

Illustration Foto: Shutterstock

Eine Meldung über eine orthodox-jüdische Gruppe aus den USA macht derzeit Schlagzeilen. Den religiösen Juden aus Amerika, die nach Ungarn wollten und in Frankfurt lediglich einen Zwischenstopp einlegen mussten, wurde der Weiterflug verweigert.

Wie zunächst in der deutschen Presse und danach auch in den israelischen Medien berichtet wurde, begann die Geschichte damit, dass zwei Passagiere einer orthodox-jüdischen Gruppe sich noch während des Fluges von New York nach Frankfurt weigerten, eine Maske zu tragen, wie es in deutschen Flügen vorgeschrieben ist. Andere Medien berichten, dass das Tragen einer Maske in amerikanischen Airlines nicht mehr vorgeschrieben ist und der Flug nach Deutschland maskenlos verlaufen sei.

Vor dem Weiterflug nach Budapest, wo die Gruppe das Grab des Rabbiners Yeshayah Steiner anlässlich seines Todestages besuchen wollte, stellte sich dann heraus, dass Lufthansa der gesamten jüdischen Gruppe den Weiterflug verweigerte. Interessanterweise konnten Juden, die nicht die traditionelle Kleidung orthodoxer Juden trugen und somit nicht als Teil der Gruppe identifiziert wurden, den Flug nach Budapest antreten.

Vor Ort entwickelte sich beim Einchecken eine Diskussion, Polizisten der Bundespolizei wurden herbeigerufen, um die Situation unter Kontrolle zu halten, griffen aber nicht ein. Die Lufthansa wurde beschuldigt, bewusst nur als orthodoxe Juden erkenntliche Passagiere vom Weiterflug abzuhalten.

In den Netzwerken machte dann folgendes Video die Runde. Es zeigt das Gespräch zwischen einem Fluggast und einer Angestellten von Lufthansa:

Während der Diskussion wird klar, dass die kollektive Bestrafung der gesamten jüdischen Gruppe bestätigt wurde. Wie erwähnt, gelang es einem Mitglied der Gruppe, das Flugzeug zu betreten. Er trug ein schwarzes Polohemd, was ihn von den anderen orthodoxen Juden unterschied. Nur etwa 20 Passagiere befanden sich letztendlich im Flugzeug nach Budapest. Während sich einige der orthodoxen Juden andere Flüge suchten, entschieden sich die meisten für den Rückflug nach New York, da es für den Besuch des Grabes des bekannten Rabbiners bereits zu spät war.

Die Lufthansa wird nun des Antisemitismus beschuldigt, da sie nur den jüdisch-orthodoxen Juden den Weiterflug verwehrte.

Handelte es sich bei dieser Geschichte tatsächlich um Antisemitismus? Oder war es einfach eine unglückliche Aktion mit einer gewissen Dummheit?

Mir persönlich fällt es schwer, zu glauben, dass die Mitarbeiter der Lufthansa der jüdischen Gruppe den Weiterflug verweigert hatten, nur weil sie Juden waren. Vielleicht sahen sie eine Gruppe, mit der es eventuell schon im Flug nach Frankfurt Probleme gegeben hatte und wollten daher weitere Probleme vermeiden? Ich denke, es wurde dabei einfach zu wenig nachgedacht. Die jüdisch-orthodoxe Kleidung hat es den Lufthansa-Angestellten leicht gemacht, die Mitglieder der Gruppe zu erkennen.

Natürlich ist es absolut inakzeptabel, was hier geschehen ist und die Lufthansa muss den Fall untersuchen und sich entschuldigen. Mich würde interessieren, was den Mitarbeitern während dieses Vorfalls durch den Kopf gegangen ist. Es wäre furchtbar, wenn hier bewusst antisemitische Gedanken eine Rolle gespielt haben.

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