Lapid dankt Christen für uneingeschränkte Unterstützung Israels

Obwohl er sich immer noch unsicher ist, warum Christen den jüdischen Staat unterstützen, spricht sich Israels Außenminister für eine Fortsetzung der warmen Beziehungen nach der Netanjahu-Ära aus

von Ryan Jones | | Themen: Christen
Foto: Flash90

Israels Außenminister Yair Lapid hatte diese Woche seinen ersten großen öffentlichen Auftritt im Rahmen der jüdisch-christlichen Beziehungen, als er über eine aufgezeichnete Videobotschaft auf dem Kongress von Christians United for Israel (CUFI) in Dallas sprach.

Es gab einige Bedenken, dass Israels neue Regierung nicht den Hintergrund, die Erfahrung oder vielleicht sogar die Motivation haben würde, die Beziehungen zwischen dem jüdischen Staat und der christlich-zionistischen Welt so erfolgreich zu gestalten, wie es der frühere Premierminister Benjamin Netanjahu getan hat.

In Israel wird dies in diesen Tagen immer wichtiger. Israelis haben die christliche Unterstützung schon immer geschätzt, aber vielen wurde erst nach der überraschenden Wahl des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump klar, welche politische Macht christliche Zionisten ausüben können. Jetzt wird es als sehr wichtig angesehen, dass israelische Führer in der Lage sind, diese christliche Unterstützung zu nutzen, und es ist keine Frage, dass Netanjahu wusste, wie man das macht.

Netanjahu und CUFI-Gründer John Hagee bei einer Versammlung von christlichen Zionisten.

Lapid und sein Regierungspartner, der derzeitige Ministerpräsident Naftali Bennett, haben viel weniger Erfahrung im Umgang mit Christen, und alle Augen waren auf den israelischen Außenminister gerichtet, als er auf der Konferenz der CUFI sprach. Es war klar, dass Lapid sich dessen bewusst war, und er begann etwas verhalten:

„Israel hat eine neue Regierung, aber das Land ist das gleiche. Das Land der Geschichte und der Modernität, das Land des Glaubens und der Wissenschaft. Wo unsere Propheten wandelten, wo unsere Geschichte begann, das Land, in dem Milch und Honig fließen.“

Lapid fuhr mit einem dünn verschleierten Seitenhieb auf Netanjahu fort, der wie ein Versuch daherkam, Israels christliche Anhänger davon zu überzeugen, dass die neue „Regierung des Wandels“ ein würdiger Nachfolger von Bibi sei. Der Außenminister deutete an, dass Netanjahus aufeinanderfolgende Regierungen nur einem Teil der Nation dienten und in letzter Zeit hauptsächlich mit seinem persönlichen politischen Überleben beschäftigt waren:

„Unsere neue Regierung repräsentiert ganz Israel, und was noch wichtiger ist, sie arbeitet für ganz Israel. Religiöse und Säkulare, Rechte und Linke, Juden und Araber, Männer und Frauen, diejenigen, die wie wir denken und diejenigen, die es nicht tun, diejenigen, die für uns gestimmt haben und diejenigen, die es nicht getan haben – es ist eine Regierung, die die Menschen vor die Politik stellt. Eine Regierung, die sich weigert, das öffentliche Leben als ein Nullsummenspiel zu sehen.“

Dann kam Lapid zu dem, worauf jeder im Raum gewartet hat:

„Freunde, ich möchte etwas sagen, was in diesen Tagen nicht oft genug gesagt wird. Vielen Dank. Danke für eure Unterstützung. Danke für eure Gebete. Danke, dass ihr an der Seite Israels steht. Danke, dass Ihr während der Operation “ Wächter der Mauern“ (dem jüngsten Gaza-Krieg) an unserer Seite wart. …Danke, dass Ihr zu uns gestanden habt, als andere zögerten.

„Israel steht vor Herausforderungen an allen Fronten. Von der Hamas im Süden bis zur Hisbollah im Norden. Von den vom Iran unterstützten Milizen in Syrien bis hin zu den iranischen Wissenschaftlern, die ihr Atomprogramm in Teheran entwickeln. Wir werden uns all diesen Herausforderungen stellen, an der Seite unserer Freunde, an Eurer Seite.

„Aber die Herausforderungen werden nicht über uns bestimmen. Israel ist in seinem Kern eine optimistische Geschichte. Es ist eine Geschichte des Erfolgs gegen alle Widrigkeiten. Und diese Geschichte geht heute weiter.“

Der Gründer von CUFI, Pastor John Hagee, war letzten Monat in Israel, zusammen mit der möglichen Präsidentschaftskandidatin für 2024, Nikki Haley (die auch auf dem Gipfel diese Woche in Dallas sprach). Sie kamen in einer Mission der Solidarität nach dem Gaza-Krieg, aber auch, um Haleys pro-israelische politische Referenzen vor einer möglichen Wahlkampagne zu stärken.

Lapid erzählte, dass er gerade mehrere Wochen intensiver Koalitionsverhandlungen hinter sich habe und seit 48 Stunden nicht mehr geschlafen habe, aber nicht bereit war, sein Treffen mit der CUFI-Delegation abzusagen. Es sei ihm wichtig gewesen, den Christen persönlich zu danken, so der Außenminister.

Hagees Frau Diana erzählte JNS, dass Lapid ihren Mann während des Treffens in Jerusalem gefragt habe, warum die Christen Israel so unterstützen, woraufhin der Pastor eine leidenschaftliche und langatmige theologische Erklärung gab.

Die Tatsache, dass Lapid es nötig hatte, eine solche Frage zu stellen, spricht für seinen säkularen Hintergrund, zeigt aber auch, dass er bereit ist zu lernen, wie man Israels wichtige Beziehungen mit der bibelgläubigen christlichen Welt aufrechterhält.  

Israel Today Newsletter

Daily news

FREE to your inbox

Israel Heute Newsletter

Tägliche Nachrichten

KOSTENLOS in Ihrer Inbox