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Knessetmitglied: Eltern versuchen, ihre Kinder „umzupolen“

Unterdessen sorgt eine neue Bibelübersetzung, die die männlichen Pronomen für Gott streicht, für Aufregung unter religiösen Juden.

LGBT
Will die LGBT-Bewegung alle Israelis dazu zwingen, Homosexualität und Transgenderismus zu akzeptieren? Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Der liberale Progressivismus scheint in vielen Teilen des Westens bereits gesiegt zu haben. Doch in Israel rennt er weiterhin gegen die Mauer des israelischen Konservatismus und der traditionellen jüdischen Werte.

Ein prominentes Mitglied der Likud-Partei von Premierminister Benjamin Netanjahu hat vergangene Woche in einem Interview mit dem Knessetkanal Eltern angeprangert, die versuchen, ihre Kinder „homosexuell zu machen“.

Knessetmitglied Nissim Vaturi wurde zu Netanjahus Entscheidung befragt, dem Koalitionspartner Avi Maoz, dem Vorsitzenden der rechtsextremen Noam-Partei, die Aufsicht über bestimmte Teile des israelischen Lehrplans für öffentliche Schulen zu überlassen, insbesondere darüber, was von Drittanbietern und NGOs eingeführt wird.

Maoz ist vor allem für seine ablehnende Haltung gegenüber der LGBT-Bewegung und deren Einfluss in der israelischen Gesellschaft bekannt.

Vaturi vertrat die Ansicht, dass die moderne säkulare Gesellschaft so stark nach links tendiere, dass es eine Art Kurskorrektur sei, Maoz für eine Weile die Zügel in die Hand zu geben.

„Es gibt Eltern, die LGBT [Werte] fördern, sie schenken einem Jungen eine Puppe, weil sie denken, dass er jetzt homosexuell sein sollte, aber das ist nicht richtig. Niemand sollte die Menschen beeinflussen, weder Avi Maoz noch Säkulare“, sagte er. „Man muss keine Dinge fördern, man muss keine LGBT-Themen fördern. Lasst das Kind entscheiden, was es sein will, ob es religiös, säkular oder LGBT ist. Ein Mensch sollte seinen eigenen Weg wählen.“

Vaturis Äußerungen lösten natürlich einen Aufschrei in der LGBT-Bewegung aus, die darauf besteht, dass ein Mensch „so geboren“ ist und nicht homosexuell „wird“.

Siehe: Ein messianischer Jude über Homosexualität

 

Geschlechtsneutrale Bibel

Auch Safaria, eine Online-Bibliothek mit religiösen jüdischen Texten, sieht sich mit einer Gegenreaktion konfrontiert, nachdem man dort eine neue Version des Tanach (hebräische Schrift oder „Altes Testament“) hochgeladen hat, in der alle männlichen Pronomen für Gott entfernt wurden.

In der neuen englischen Übersetzung wird Gott nur noch als „Gott“ bezeichnet. Niemals als „Er“ oder „Ihn“ oder „Sein“.

Der hebräische Paralleltext blieb unangetastet. Dennoch zeigten sich viele religiöse Juden unbeeindruckt von der neuen revidierten Bibelausgabe der Jewish Publication Society.

„An [heiligen Büchern] herumzupfuschen, um westlichen Vorstellungen von Gleichheit zu entsprechen, ist ein inakzeptabler Bruch. Wenn das stimmt, kann ich mir nicht vorstellen, dass Menschen aus einer unheiligen Quelle lernen“, twitterte der Herausgeber der ultraorthodoxen Zeitschrift Mishpacha.

 

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Patrick Callahan

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