Ende der 1930er Jahre suchten deutsche und österreichische Juden nach Wegen, ihr Land zu verlassen. Nachdem die Konferenz von Evian im Juli 1938 mit der Erkenntnis endete, dass praktisch kein Staat der Welt geflüchtete Juden aufnehmen mochte, sahen sich diese in einer ausweglosen Situation. „Die Welt scheint zweigeteilt – in Orte, wo Juden leben können, und jene, in die sie nicht einreisen können“, formulierte Chaim Weizmann schon 1936. Shanghai war einer der wenigen Orte der Welt, in welche man ohne Visum einreisen konnte.
So bot sich Shanghai vielen Flüchtenden als fernöstlicher Rettungsanker. Etwa 20.000 Juden, hauptsächlich aus Deutschland und Österreich, fanden unter abenteuerlichen Umständen ihren Weg in die Stadt und bauten sich hier ein neues Leben auf. Es entstand eine jüdische Gemeinde, es gab Konzerte, deutschsprachige Zeitungen, Theater. Eine große Hilfe war die Unterstützung durch Baghdadi-Juden und einer Gemeinde russischer Juden, beide Gruppen lebten bereits seit langem in der Stadt. Dennoch war es ein hartes Leben, denn man war ansonsten nicht gut vorbereitet auf die neuen Mitbürger....
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