Wer die israelische Politik schon länger verfolgt, weiß, dass man Wahlumfragen mit einer gewissen Vorsicht betrachten sollte. Ich persönlich tue das jedenfalls. Nicht, weil Umfragen bedeutungslos wären. Sie können Stimmungen und Veränderungen in der Wählerschaft durchaus sichtbar machen. Aber ob sie tatsächlich vorhersagen können, wie die nächste Knesset aussehen wird, ist eine ganz andere Frage.
Gerade beim Likud bin ich besonders vorsichtig. Seine Wählerschaft war in der Vergangenheit für Meinungsforscher nicht immer leicht zu erfassen. Hinzu kommt das Misstrauen vieler Likud-Anhänger gegenüber Teilen der israelischen Medien. Ob jeder Befragte einem Meinungsforscher tatsächlich offen sagt, was er am Wahltag wählen wird, ist daher zumindest eine berechtigte Frage.
Die neuesten Zahlen liefern ein ziemlich gutes Beispiel dafür, warum man Umfragen nicht mit Wahlergebnissen verwechseln sollte.
Gleich mehrere neue Umfragen zeigen nämlich nicht nur unterschiedliche Ergebnisse – sie zeichnen teilweise völlig verschiedene politische Realitäten.
Besonders deutlich wird das am Likud von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und an der gerade erst gegründeten...
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