Israel Heute Morgen

Ein paar Worte über eine Stadt namens Westjerusalem, in der sogar das Wetter anders als in Jerusalem zu sein scheint und von Australien nun als unsere Hauptstadt angesehen wird, und über die Straßenbahn von Jerusalem als Zeichen des Zusammenlebens.

von | | Themen: Guten Morgen

Guten Morgen liebe Leser!

Bevor ich heute das Haus verließ, schaute ich noch einmal auf den Wetterbericht für heute. Ich wollte verhindern, dass mir so eine Panne wie in der letzten Woche passiert, als ich völlig vergessen hatte, dass es wieder regnen sollte, was es dann auch tat. Meine Wetter-App zeigte mir, dass heute ein sonniger Tag werden wird. So ließ ich meine Regenjacke wieder Zuhause. Als ich in Jerusalem aus dem Bus stieg, wurde ich von der Sonne begrüßt, die ihre wärmenden Sonnenstrahlen von einem wolkenlosen blauen Himmel schickte (Titelfoto). Die Kombination von warmen Sonnenstrahlen und kühler Luft ist einfach wunderbar.

Als ich dann, natürlich zu Fuß, die Redaktion erreichte, setzte ich mich an den Computer und ging erst einmal auf die Internetseite des israelischen meteorologischen Dienstes, um den heutigen Morgen-Artikel vorzubereiten. Danach fragte ich mich, ob ich meine Regenjacke nicht doch hätte mitnehmen sollen.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Gegen Mittag beginnen im Norden vereinzelte Regenschauer mit Gewittern, die sich am Nachmittag auf das Zentrum des Landes ausbreiten werden. An der Küste weht ein starker südwestlicher Wind, die Temperaturen werden wieder sinken. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 14 Grad, Tel Aviv 19 Grad, Haifa 17 Grad, Tiberias am See Genezareth 20 Grad, am Toten Meer 25 Grad, Beersheva 19 Grad, Eilat am Roten Meer 24 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -214.60 m unter dem Meeresspiegel.

Am Nachmittag soll es also auch im Zentrum regnen. Jerusalem gehört eigentlich nicht dazu, wenn vom Zentrum des Landes gesprochen wird. Vielleicht bekomme ich ein paar Regentropfen ab, wenn ich in Modiin aus dem Bus steige. Nicht kritisch, mein Auto steht direkt gegenüber der Haltestelle.

Wenn wir schon von Jerusalem sprechen, ich habe immer noch dieses “Westjerusalem” in meinem Kopf. Kennen Sie diese Stadt? Westjerusalem. Diese Stadt wurde jetzt doch von Australien als unsere Hauptstadt anerkannt. Westjerusalem. Wer ist eigentlich der Bürgermeister von Westjerusalem. Habe ich damals, als ich noch im Stadtteil Pisgat Zeev wohnte, nicht in unserer Hauptstadt gelebt? Seit wann gibt es dieses Westjerusalem überhaupt? In Westjerusalem scheint sogar das Wetter anders zu sein als in Jerusalem. Wie das Wetter in Westjerusalem ist, können Sie sich hier ansehen. Den Wetterbericht für ein Ostjerusalem habe ich auf dieser Seite allerdings nicht gefunden.

Aber ok, jetzt einmal im Ernst. Natürlich weiß ich, was mit Westjerusalem gemeint ist. Ich sage ja auch oft “der westliche Teil der Stadt” oder “im Westen der Stadt”. Der westliche Teil ist das sogenannte neue Jerusalem. Aber unsere lieben Freunde (?) im Ausland möchten unsere Hauptstadt immer wieder teilen. Sie möchten uns vorschreiben, was wir als unsere Hauptstadt bezeichnen sollen. Aber es gibt nur das eine Jerusalem mit einer Stadtverwaltung und mit einem Bürgermeister und mit Wahlrecht für alle Bürger der Stadt, im Norden, Süden, Osten und im Westen. Natürlich gibt es eine Menge Probleme in dieser Stadt. Und mir ist klar, dass im Osten der Stadt mehr Araber leben als im Westen. Aber es ist eine Stadt. Ich bin vor kurzem mit der Straßenbahn von Pisgat Zeev bis zur zentralen Busstation gefahren. Nach der Station in Pisgat Zev gibt es auch einige Stationen in arabischen Stadtteilen wie Shuafat und Beit Hanina. Dort steigen dann arabische Bewohner in die Bahn. Die Bahn ist für alle da. Araber sitzen dann übrigens auch neben Juden. Und es passiert nichts! Unglaublich, oder?

Die Straßenbahn fährt durch den arabischen Stadtteil Shuafat. Sieht doch ganz anständig aus, oder?

Eigentlich könnte alles so einfach sein. Wären doch nur alle so wie die Fahrgäste der Straßenbahn. Doch leider gibt es Gruppen die nicht an einem friedlichen Miteinander interessiert zu sein scheinen. Da wäre die Hamas zum Beispiel, die ja nun von der UNO quasi einen Freischein bekommen hat. Kaum hatte sich die UNO geweigert, die Hamas zu verurteilen, begannen hier die Terror-Attacken auf Israelis in Judäa und Samaria.

Ob die australische Anerkennung eines Westjerusalems nun irgendeinen positiven Beitrag geleistet hat, diese Frage lasse ich einfach mal im Raum stehen. Oder ich vergesse sie einfach, so wie ich diese ganze australische Anerkennung am besten vergesse.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Montag. Hoffentlich können wir heute endlich mal wieder schönere Meldungen veröffentlichen von einem ganz normalen Alltag in Israel. Machen Sie es gut.

Shalom aus Westjerusalem , oh, ich meine Jerusalem!

Dov

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