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Guten Morgen Israel – Gegen Handy-Ortung gibt es nur eine Lösung

Viele Menschen werden zu Unrecht in die Quarantäne geschickt

Guten Morgen Israel – Gegen Handy-Ortung gibt es nur eine Lösung
Yonatan Sindel/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Letzte Woche haben drei Freunde von mir per SMS eine Meldung bekommen, die besagt, dass sie sich sofort in Quarantäne begeben sollen. Zwei müssen sich zehn Tage und einer 13 Tage lang isolieren. Aufgrund der zweiten Corona-Welle wurde dem israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Bet erneut die Genehmigung erteilt, die Handys von Corona-Erkrankten zu tracken, also zu orten, Bewegungsprofile zu erstellen, entsprechende Kontaktpersonen ausfindig zu machen und diese in Quarantäne zu schicken. Eine Cybertechnik, die der Schin Bet für Terroristen verwendet. So wurde auch einer unserer Mitarbeiter von heute auf morgen in Quarantäne geschickt.

Das Problem ist nur, dass diese Schin Bet-Methode eine Fehlerquote von zwölf bis fünfzehn Prozent aufweist und damit nicht alle Handys am richtigen Platz ortet. Besonders ungenau ist die Technik, wenn sich Zielpersonen in großen Gebäuden wie Einkaufszentren aufhalten. Viele Israelis haben mittlerweile per SMS vom großen Bruder den Befehl bekommen, sich sofort in die Isolierung zu begeben, weil sie in Kontakt mit einem Covid-19-Erkrankten gekommen sein sollen. Dabei waren sie zu besagter Zeit entweder zu Hause oder am Arbeitsplatz. Genau das ist meinen beiden Freunden jetzt passiert. Beide waren nicht an dem Ort gewesen, wo der Schin Bet per GPS ihre Handys geortet hatte. Sie waren also nicht in der Nähe eines Corona-Kranken und müssen dennoch in Quarantäne.

Lieber ohne Handy im Cafe?

Es gibt auch keine richtige Anlaufstelle, wo man sich darüber beschweren kann. Ruft man die angegebene Telefonnummer des israelischen Gesundheitsministeriums an, muss man stundenlang warten, weshalb die allermeisten schließlich entnervt aufgeben und auflegen. Bei Israels Inlandsgeheimdienst nimmt erst gar keiner Telefonate an.

Bei Facebook schrieb jemand, es sei ihm gelungen, mit einem Verantwortlichen im Gesundheitsministerium zu sprechen. Doch das hätte nichts gebracht, „da hätte man auch mit einer Ampel reden können“. Also rein in Quarantäne. Für den Schin Bet ist jeder neu Getrackte ein Risikofaktor, auch wenn er zur angegebenen Zeit in der Dusche war, obwohl auf dem Bildschirm in der Zentrale angezeigt wird, er habe im Restaurant neben einem Corona-Kranken gesessen.

Der Sicherheitsdienst ortet Handys, die in der Nähe eines Coronakranken waren

Natürlich verstehe ich die Intention dieser Sicherheitsmaßnahme. Aber nachdem ich von so vielen Fehlermeldungen gehört habe, von der Quälerei meiner Freunde und den Strapazen in den sozialen Netzwerken, habe ich mich entschlossen zu handeln. Ich lasse mein Handy entweder zu Hause oder im Auto liegen. Damit kann mich der Schin Bet und Big Brother nicht orten und lange suchen. Und das Wichtigste, nicht aus Versehen in die Quarantäne schicken. Und ich bin auch nicht der einzige, der in diesen Tagen ohne Handy herumläuft.

Es gibt auch noch einen anderen Weg, sich vor der Verfolgung des Schin Bet zu befreien, ohne auf die Mitnahme des Handys verzichten zu müssen. Auf der Internetseite der Jerusalem Post las ich, dass sich einige Israelis besondere Hüllen für ihr Handy besorgen, die aus einem Material bestehen, das das Handy quasi unsichtbar macht. Es soll die Ortung verhindern, indem die Frequenzen des Netz-Providers, sowie von WLAN, GPS und Bluetooth blockiert werden.

Ich kenne viele, die sich Dank Schin Bet vom Handy loslösen wollen. Das ständige Online nervt sowieso nur. Und wenn ich mit Anat und Freunden im Restaurant sitze, dann hinterlasse ich meine Telefonnummer. Ich war dort, auch wenn ich offline war.

 


Das Wetter für heute in Israel

Zunächst teilweise bedeckt, danach heiter. Im Landesinneren und in den Bergen wird es wärmer.  Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 31 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 36 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Beersheva 35 Grad, Eilat am Roten Meer 42 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.23 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen 43 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Die Redaktion von Israel Heute wünscht allen ihren Lesern einen angenehmen Tag, bleiben Sie gesund.

Schalom aus Jerusalem!