Guten Morgen Israel – Corona-Glücksspiel

Nachdem das Coronavirus auch den engen Freundeskreis unseres Sohnes erreicht hat, ist mir klar geworden, dass unser Sohn eigentlich nur Glück hat, bis jetzt vom Virus verschont geblieben zu sein.

Guten Morgen Israel – Corona-Glücksspiel
Miriam Alster/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Wir befinden uns nun schon mitten in der dritten Woche des landesweiten Lockdowns und ich muss sagen, auch an so etwas kann man sich gewöhnen. Meine Familie und ich sind gerne zu Hause, auch vor dem Lockdown gehörten wir nicht zu denen, die immer etwas außerhalb des Hauses unternehmen müssen. Wir „sitzen nicht auf Dornen“, wie man es auf Hebräisch sagt („Lashevet al Kotzim“), dass heißt, wir können unsere freie Zeit auch wunderbar zu Hause verbringen.

Wir sind gerne zu Hause, Frühstück am Schabbat

Besonders in diesen sind wir sehr zufrieden. Unser jüngster Sohn hat über die Tage des Laubhüttenfests, das am Freitagabend begonnen hat, Urlaub von der Armee bekommen. So können wir die Tage gemeinsam verbringen. Und damit nicht genug. Wegen der aktuellen Lage in Bezug auf die Ausbreitung des Coronavirus wird in seiner Basis wieder in sogenannten Kapseln gearbeitet. Jeweils eine Woche lang ist immer nur eine Gruppe Soldaten in der Basis. Nach dem Urlaub unseres Sohnes ist nun zunächst die Gruppe an der Reihe, zu der unser Sohn nicht gehört, was bedeutet, dass er auch in der kommenden Woche zu Hause sein wird! Besser konnte es nicht kommen. Schade ist nur, dass wir unseren ältesten Sohn nur über Zoom oder WhatsApp sehen können.

Aber wir sind glücklich, unseren „Soldaten“ bei uns zu haben, besonders jetzt, wo die Zahlen der am Coronavirus infizierten Soldaten immer weiter ansteigen. Mittlerweile hat Corona leider auch den engsten Freundeskreis unseres Sohnes erreicht. Ein Schulfreund von ihm wurde ausgerechnet jetzt zur Grundausbildung gerufen, als ob es Corona nicht gebe. Er studiert vor seinem Armeedienst und wird erst danach, also in 4 Jahren, eingezogen. Das ist eine Laufbahn, die mit der Armee abgesprochen ist. Die Armee beteiligt sogar an den Studiengebühren. Als Gegenleistung muss er sich dann für eine gewisse Zeit nach dem Grundwehrdienst verpflichten. So haben beide Seiten etwas davon. Nur die Grundausbildung wird schon vorher gemacht, in den Semesterferien. Aber warum ausgerechnet jetzt?

Und was hat der Arme jetzt davon? Gestern wurde er positiv auf Corona getestet und wird die nächste Zeit in einem sogenannten „Corona-Hotel“ verbringen. Was nun mit seiner Grundausbildung passiert, darauf habe ich keine Antwort. Ich habe diese Nachricht sehr schwer genommen. Erst einmal darum, weil ich den Freund meines Sohnes sehr gut kenne, und auch, weil mir klar geworden ist, dass unser Sohn eigentlich nur Glück hat, bis jetzt von dem Virus verschont geblieben zu sein.

Die Armee sollte sich mehr um die Gesundheit ihrer Soldaten kümmern

Die Armee sollte sich wirklich mehr Gedanken darüber machen, wie sie ihre Soldaten besser schützen könnte. Der Freund meines Sohnes wurde quasi nur einberufen, um sich anzustecken, furchtbar.

Gerade wurde von fast 6000 neuen Coronafällen berichtet, der Lockdown soll zunächst bis zum 21. Oktober in Kraft bleiben. Dann werden wir sehen, wie es weitergeht. Und jetzt das Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Der Sommer weigert sich, zu gehen. Auch heute werden die Temperaturen weiter ansteigen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 31 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 29 Grad, Tiberias am See Genezareth 38 Grad, am Toten Meer 36 Grad, Beersheva 35 Grad, Eilat am Roten Meer 38 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.795 m unter dem Meeresspiegel angegeben. Es fehlen 99,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Dienstag. Bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!

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