Bei einem Schnellschach-Turnier, der FIDE Rapid-Mannschaftsweltmeisterschaft, in Kasachstan, wurde das israelische Team aus Ashdod boykottiert. Der Iraner Amin Tabatbai und der Syrer Ajiad Miro, Vertreter des amerikanischen GMHans-Teams, weigerten sich, gegen die Ashdod-Spieler anzutreten.
Der Iraner und der Syrer, die als „ausländische“ Verstärkungsspieler das amerikanische Team vertreten, traten bislang in allen sieben Begegnungen für eine der stärksten Mannschaften der Welt an, aber weigerten sich, gegen Israel zu spielen. Diese Weigerung führte zum Sieg der israelischen Mannschaft.
„Leider vermischt sich die Politik wieder mit dem Sport“, so Moshe Shalu, Vorsitzender des Ashdod-Clubs. „Ich verstehe die Iraner und Syrer, sie haben Angst, wer weiß, was man ihnen und ihren Familien antun wird, aber es gibt einen anderen Weg. Die Amerikaner wussten im Voraus, dass es eine israelische Mannschaft geben wird, sie hätten mit anderen Spielern auflaufen können.“
Ashdod schickte einen Brief an den Weltschachverband (FIDA) mit der Bitte, Tabatbai und Miro in Zukunft von allen Aktivitäten auszusetzen: „Wir glauben, dass nur eine energische Haltung, die sich mit der Beschwerde befasst, eine Chance auf Ausrottung und Abschreckung hat.“ „Die Fida muss der Welt zeigen, dass Boykotte nicht toleriert werden und Boykotteure bestraft werden.“
Interessant wird es auch im September werden, wenn Israel die „Supermeisterschaft“ im Schach ausrichten wird. Im Hauptevent werden zehn der besten Schachspieler der Welt gegeneinander antreten, darunter ein Weltmeister und israelische Schachspieler. Gleichzeitig wird es eine offene Meisterschaft im Schnellschach geben, eine Veranstaltung, die allen Schachspielern aus Israel und der Welt offensteht und an der Hunderte von Schachspielern teilnehmen. Für diese Veranstaltung ist ein Preisgeld von 130.000 Schekeln angegeben, was etwa 42.000 Euro entspricht.
Bei dieser Veranstaltung wird es wahrscheinlich keine überraschenden Boykotte geben, da sie in Israel stattfindet.
Es sind die Sportler selbst, die letztendlich darunter leiden, einen Israeli zu boykottieren. Sie bereiten sich lange auf ihre Turniere vor, nur um sie frühzeitig zu beenden. Der Druck ihrer Regierungen und die Angst um ihre Familien lassen ihnen jedoch oft keine andere Wahl als mitzuspielen. Wie weit sie selbst ihren Boykott unterstützen, ist schwer zu sagen.




