Während sich Hamas weiterhin weigert, die 59 verbliebenen Geiseln freizulassen, hat Israel seine Militäroperationen im südlichen Gazastreifen deutlich ausgeweitet. In einer Videobotschaft sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, die Armee habe „den Modus gewechselt“ – israelische Truppen nähmen Gelände ein, griffen Terroristen an und zerstörten Infrastruktur.
Im Mittelpunkt steht der sogenannte Morag-Korridor – ein strategischer Korridor zwischen Rafah und Khan Yunis. Ziel der Operation ist es, die Rafah-Brigade der Hamas zu zerschlagen und den südlichen Gazastreifen zu teilen. Netanjahu sprach von einer „zweiten Philadelphi-Route“, in Anlehnung an den Grenzstreifen zu Ägypten, der als Nachschublinie der Hamas gilt. „Wir durchtrennen den Streifen“, sagte er.
Die 14. Brigade der IDF hat in den letzten Tagen das Viertel Tel al-Sultan in Rafah eingekreist, Dutzende Terrorziele angegriffen und Waffenlager zerstört. Laut Armee wurden dabei mehrere Terroristen getötet sowie zwei Raketen samt Abschussrampe sichergestellt. Auch Verdächtige wurden festgenommen.
Seit Mitternacht hat die Luftwaffe rund 60 Ziele im Gazastreifen angegriffen, darunter Waffenlager und Terrorinfrastruktur. Die IDF hält Details bewusst zurück, um die laufenden Einsätze nicht zu gefährden.
Generalstabschef Eyal Zamir und der Leiter des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet, Ronen Bar, besuchten am Mittwoch das Einsatzgebiet. Zamir betonte, der Schutz der Geiseln habe höchste Priorität. „Jeder Soldat operiert unter klaren Anweisungen, keine Geiseln zu gefährden“, teilte die Armee mit. Ronen Bar erklärte, gezielte Tötungen hochrangiger Hamas-Mitglieder würden fortgesetzt. Hamas solle verstehen, dass der Preis weiter steigen werde, solange die Geiseln nicht freigelassen werden.
הרמטכ״ל וראש השב״כ ברצועת עזה pic.twitter.com/R7K8d3luOQ
— צבא ההגנה לישראל (@idfonline) April 2, 2025
Verteidigungsminister Israel Katz hatte bereits vergangene Woche erklärt, Israel werde Gebiete im Gazastreifen annektieren, sollte Hamas die Geiseln nicht freilassen.
Generalstabschef Zamir sagte: „Hamas spielt auf Zeit – das ist nicht nur eine Taktik, sondern eine Strategie.“ Die bisherigen Maßnahmen hätten Hamas geschwächt, aber nicht zur Freilassung der Geiseln geführt. Deshalb müsse der Druck weiter erhöht werden.




