Guten Morgen Israel – Traurige Stadt

Viele Ladeninhaber versuchen durch den eigentlich verbotenen Verkauf am Eingang ihres Geschäfts den finanziellen Zusammenbruch zu vermeiden. Ein trauriger Anblick.

Guten Morgen Israel – Traurige Stadt
Dov Eilon

Boker Tov liebe Leser!

Heute arbeite ich wieder von zu Hause aus, nachdem ich gestern einen Tag in unserer Redaktion in Jerusalem verbracht hatte. Ich bin natürlich mit dem Auto gefahren, denn der Bus ist für mich in dieser Zeit absolute Tabuzone. Die Zahl der Fahrgäste ist weiterhin begrenzt und ich habe auch keine Lust, neben fremden Menschen zu sitzen, die ihre Maske im besten Fall unter der Nase tragen. Ich gehöre zu denen, die Risiken vermeiden.

Aber der Tag in Jerusalem hat mir gutgetan. Unser Büro ist wie eine Oase der Normalität. Doch sobald man nach draußen geht, wird man sofort zurück in die von Corona kontrollierten Realität geholt. Die sonst fast immer überfüllten Straßen sind jetzt fast leer, wie an einem Schabbat. Denn es gibt einfach keinen Grund, in die Stadt zu fahren, wenn fast alle Geschäfte geschlossen sind. Jerusalem ist eine traurige Stadt. Doch wenn man dann etwas genauer hinschaut, kann man erkennen, dass bei vielen Geschäften die Türen nur halb zu sind. Hinter ihnen verstecken sich Ladeninhaber, die verzweifelt versuchen, mit ein paar Verkäufen ihre Geschäfte vor dem Zusammenbruch zu schützen. Ein trauriger Anblick. Die Tatsache, dass es quasi um eine Straftat handelt, macht mich wahnsinnig.

Riskiert die Geldstrafe. Es gibt viele kleine Geschäfte, die trotz des Verbots versuchen, ihre Waren zu verkaufen.

Noch immer wartet man auf eine Entscheidung der Regierung, wenigstens die Öffnung der kleineren Geschäfte an der Straße zu gestatten. Das soll jetzt vielleicht in der kommenden Woche geschehen, allerdings unter strengsten Auflagen. Auch Friseure und Kosmetiksalons sollen dann wieder Kunden empfangen dürfen, aber nur jeweils einen. Die Regierung hat Angst, nochmal Fehler wie beim letzten Mal zu machen. Daher werden auch der Unterricht in den Schulen nur sehr langsam wieder aufgenommen werden.

Neben vielen geschlossenen und leider auch leeren Geschäften sah ich auch ein paar ganz neue Geschäfte, die gerade jetzt ihre baldige Eröffnung bekannt geben. Vielleicht gar keine so schlechte Idee, denn sobald alle Geschäfte wieder geöffnet werden dürfen, wird die Stadt wieder gut besucht werden, für ein ganz neues Geschäft kann das ein guter Start sein. Aber nur, wenn wir alle uns verantwortlich verhalten, denn einen dritten Lockdown wollen wir nicht erleben.

Dieses Geschäft darf laut Anweisungen geöffnet sein. Aber auch hier wird an der Tür verkauft.

Ich kann das Zögern unserer Entscheidungsträger verstehen. Aber dennoch müssen jetzt Entscheidungen getroffen werden, besonders auch, was den Unterricht in den Schulen betrifft. Die Eltern brauchen Gewissheit, wie es weitergehen soll. Solange die Kinder zu Hause bleiben müssen, muss auch ein Elternteil zu Hause bleiben. Daher spielt der Unterricht in den Schulen eine so wichtige Rolle in dieser Corona-Realität.

In der Zwischenzeit wurde der momentane Status bis nächsten Sonntag verlängert. Erst dann kann es zu weiteren Erleichterungen kommen. Und danach müssen wir abwarten, wie sich das auf die Zahlen der Neuinfizierungen auswirken wird. Wir müssen einfach nur Geduld haben, so schwer es auch sein mag. Und nun zum Wetter.

Noch etwas Geduld, dann wird sich die Stadt vielleicht bald wieder füllen

Das Wetter für heute in Israel

Es wird wieder etwas wärmer, besonders im Landesinneren und in den Bergen. Ein sonniger Sommertag im Herbst. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 29 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 31 Grad, Tiberias am See Genezareth 36 Grad, am Toten Meer 34 Grad, Beersheva 33 Grad, Eilat am Roten Meer 33 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren  Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.945 m unter dem Meeresspiegel angegeben. Es fehlen 114,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Spaß am Genezareth See. Immerhin darf man sich wieder frei im Land bewegen.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Montag und einen guten Beginn der neuen Arbeitswoche. Bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!

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