Guten Morgen Israel – Kleine Große Feiertage

Der Coronavirus hat in diesem Jahr unsere Gebete, nicht aber unsere Gesänge gestört.

von Michael Selutin | | Themen: Guten Morgen
Foto: Yaakov Lederman/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Michael und Kinder

Die jüdischen Bräuche sind schwer vom Lockdown betroffen, besonders was die gemeinsamen Gebete betrifft. Auch die großen Familientreffen, die zu jedem Feiertag dazugehören, fallen aus. Trotzdem ließen sich viele ihre gute Laune nicht verderben und feierten zu Sukkot allein mit der Familie, allerdings dann gleich so laut, dass die ganze Nachbarschaft mitfeiern musste.

Sukkot ist eine Zeit der Freude, denn es heißt:

„So sollt ihr nun am fünfzehnten Tag des siebten Monats, wenn ihr den Ertrag des Landes eingebracht habt, das Fest des Herrn halten, sieben Tage lang; am ersten Tag ist ein Feiertag und am achten Tag ist auch ein Feiertag. Ihr sollt aber am ersten Tag Früchte nehmen von schönen Bäumen, Palmenzweige und Zweige von dichtbelaubten Bäumen und Bachweiden, und ihr sollt euch sieben Tage lang freuen vor dem Herrn, eurem Gott. Und so sollt ihr dem Herrn das Fest halten, sieben Tage lang im Jahr. Das soll eine ewige Ordnung sein für eure [künftigen] Geschlechter, daß ihr dieses im siebten Monat feiert. Sieben Tage lang sollt ihr in Laubhütten wohnen; alle Einheimischen in Israel sollen in Laubhütten wohnen, damit eure Nachkommen wissen, daß ich die Kinder Israels in Laubhütten wohnen ließ, als ich sie aus dem Land Ägypten herausführte; ich, der Herr, bin euer Gott.“

(3. Mose 23, 39,43)

Wie wir wissen, erkennen wir orthodoxen Juden jedes Wort in der Thora als Wort Gottes an. Es steht nicht einfach nur so da, vielleicht als Rat oder Empfehlung, sondern als absolute Aufforderung. Wenn es im Vers also heißt, man soll fröhlich sein, dann ist man auch fröhlich! Da wir uns noch in der Zeit von Sukkot befinden, ist Freude das Gebot der Stunde. Ich habe meine Probleme damit, auf Befehl fröhlich zu sein, aber ich versuche es. Wein hilft, Gäste helfen unter normalen Umständen auch, aber auch laute Tanzmusik kann die Stimmung heben.

„…und ihr sollt euch sieben Tage lang freuen vor dem Herrn, eurem Gott.“  – Sukkot in Bet Schemesch

Das denken sich auch meine Nachbarn, denn sobald wir unsere Kinder schlafen gelegt haben, drehen sie die Musik in ihren Sukkas voll auf. Es scheint, als wollen sie mir sagen, „schick deine Kinder nicht ins Bett, sie sollen fröhlich sein!“ Ich will meine Kinder aber ins Bett schicken, ich warte den ganzen Tag darauf, endlich einmal meine Ruhe zu haben. Glücklicherweise schlafen meine drei Töchter aber trotzdem ein, was ich bei dieser Lautstärke nicht könnte.

Da im Vers auch steht, dass wir in Laubhütten wohnen sollen, wohnen wir natürlich sieben Tage lang in Laubhütten. Man darf nur in der Sukka essen und schlafen muss man dort auch, wenn es einem nicht zu unbequem ist. Jedes Jahr habe ich deswegen das Problem, dass ich zwar gerne in der Sukka auf meinem Balkon schlafen würde, aber der Geräuschpegel für mich einfach zu hoch ist. Die Musik der Nachbarn ist sehr laut und läuft bis spät in die Nacht. Auch die heutige jüdisch-orthodoxe Partymusik ist überhaupt nicht mein Fall. Zu biblischen Zeiten gab es schöne, inspirierte Live-Musik, aber heute sind es eher Disco-Pop Lieder, die aus den Lautsprechern dröhnen. Manchmal singen die Nachbarn auch Lieder während ihren Mahlzeiten in der Sukka, was glücklicherweise nicht ganz so störend ist, auch wenn es nicht immer leise ist und auch nicht früher endet. Einmal, als ich versuchte, in meiner Sukka zu schlafen, musste ich zuhören, wie die Nachbarskinder in ein Mikrofon sangen, das an einen voll aufgedrehten Lautsprecher angeschlossen war. Es war schrecklich! Gegen ein Uhr in der Nacht gab ich schließlich auf und ging ins Schlafzimmer, um noch etwas Schlaf zu bekommen, bevor meine Kinder wie immer um sechs Uhr aufstanden.

Sukka in Jerusalem

In diesem Jahr habe ich es nicht einmal versucht, in der Sukka zu schlafen. Stattdessen schlafe ich mit einem etwas schlechten Gewissen und mit Ohrenstöpseln in meinem bequemen Bett im Schlafzimmer. Dafür bin ich morgens ausgeschlafen und kann das Morgengebet auf dem Parkplatz vor meinem Haus mit der erforderlichen Freude begehen. Und jetzt das Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Auch heute bleibt es heiß und trocken in fast allen Teilen des Landes. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 34 Grad, Tel Aviv 33 Grad, Haifa 37 Grad, Tiberias am See Genezareth 40 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Beersheva 38 Grad, Eilat am Roten Meer 42 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.815 m unter dem Meeresspiegel angegeben. Es fehlen 101,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Schaabbat. Machen Sie es gut.

Schabbat Schalom und Chag Sameach aus Bet Schemesch!

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