Guten Morgen Israel – Acht Monate

Das Jahr 2020 ist sehr schnell vergangen, irgendwie versuche ich, die vergangenen acht Monate zu verdrängen. Acht Monate Corona in Israel.

Guten Morgen Israel – Acht Monate
Dov Eilon

Boker Tov liebe Leser!

So langsam neigt sich das Jahr 2020 seinem Ende zu. Ich finde, es ist enorm schnell vergangen. Wenn ich versuche mich an die Ereignisse dieses außergewöhnlichen Jahres zu erinnern, bin ich immer sofort im Monat März. Die ganzen acht Monate dazwischen werden einfach übergangen. Ich denke zurück an den Beginn des Armeedienstes unseres jüngsten Sohnes. Mitte März gab es im Rahmen seines Grundwehrdienstes einen Ausflug nach Jerusalem. Ich erinnere mich, wie ich in die Altstadt ging, um ihm kurz Hallo zu sagen, was mir dann zu seiner Überraschung auch gelungen war. Ich war stolz auf ihn, es war der Anfang seines 2 Jahre und acht Monate langen Dienstes in der Armee. Er war sehr überrascht, mich zu sehen. Als ich ihn fragte, ob sie schon an der Klagemauer gewesen seien, sagte er, dass sie nicht mehr dorthin gehen worden, weil der Ausflug abgebrochen sei, so wie alle Ausflüge der Armee an diesem Tag. Und dann begann sie, die Corona-Ära.


Der Tag, an dem mir klar wurde, dass jetzt alles anders werden wird. Die Armee verbot sämtliche Ausflüge und rief die Soldaten zurück.

Seitdem vergeht die Zeit viel schneller, jedenfalls kann ich mich kaum an besondere Ereignisse erinnern, oder ich will es einfach nicht. Natürlich sind in den vergangenen acht Monaten auch viele gute Dinge geschehen, unsere Tochter hatte die Aufnahmeprüfung an der Design-Hochschule bestanden und hat vor kurzem mit dem Studium begonnen, allerdings von zu Hause aus. Unser jüngster Sohn hat seinen Platz in der Armee gefunden und fühlt sich wohl und auch unser ältester Sohn ist erfolgreich bei seiner Arbeit. Was will man also mehr.

Aber dieses Jahr 2020 ist leider auch ein sehr trauriges Jahr. Für viele sogar ein tragisches Jahr. Dabei ist das Tragen der Maske sogar das kleinste Problem, aber ich empfinde es schon als sehr, wie soll ich sagen, apokalyptisch? Vielleicht ist das nicht das richtige Wort, aber es reicht, draußen herumzulaufen, um zu verstehen, dass wir uns in einer neuen Zeit befinden. Viele Menschen haben ihre Existenzgrundlage verloren, viele andere versuchen, irgendwie durchzuhalten.

Gestern bin ich wieder nach Jerusalem gefahren, um mich mit meinen Kollegen zu unserer wöchentlichen Redaktionssitzung zu treffen. Ja, auch an diese Routine haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Es war wie immer nett, meine Kollegen wiederzusehen. Bei unserer Sitzung sprachen wir über die Pläne für die kommende Zeit. So haben wir auch eine neue Wüstentour für Sie geplant. Sie sehen, wir bleiben optimistisch. Gestern gab es auch gute Nachrichten bezüglich des Impfstoffes der Firma Pfizer. Wird es sich vielleicht nur noch um Monate handeln, bis wir die Krise hinter uns lassen können?

In der Corona-Ära haben wir viel gelernt, wir haben neue Wege gefunden, mit unseren Lesern, mit Ihnen, in Kontakt zu bleiben. Denn die Redaktion von Israel Heute ist immer für Besuche offen, und diese fehlen uns sehr. Nun haben wir in dieser nicht einfachen Zeit einen Weg gefunden, uns mit unseren Lesern zu treffen, wir sehen uns regelmäßig per Zoom, wohl  eine der größten “Entdeckungen” von vielen in dieser Zeit.  So hat uns Corona vielleicht auch etwas Positives gebracht.

Ein Besuch in unserer Redaktion ist nie vollständig ohne einen kurzen Besuch in der Stadt. Seit Sonntag dürfen die Geschäfte an den Straßen wieder geöffnet sein. Daher war die Stadt sehr voll. Ich war auch sehr glücklich darüber und plante, mir ein Paar neue Schuhe zu kaufen, was ich allerdings für mich als eine unmögliche Mission herausstellte. Vor vielen Geschäften gab es lange Warteschlangen vor den Eingängen, denn es dürfen sich immer nur vier Kunden im Geschäft befinden. Ich hatte keine Geduld und tat mich auch schwer zu verstehen, warum sich Dutzende Menschen dicht an dicht vor einem Geschäft versammeln dürfen, im Geschäft dann aber nur vier Personen


Gestern Nachmittag in Jerusalem. Lange Warteschlangen vor den Geschäften

Wie sie sehen, schien gestern wieder sie Sonne. Kaum zu glauben, dass wir schon November haben. Kaum zu glauben, wie schnell dieses verflixte Jahr 2020 vergangen ist.

 

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt. Gegen Mittag kann es im Norden und im Zentrum des Landes zu vereinzelten Regenschauern kommen. Etwas kühler als gestern. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 21 Grad, Tel Aviv 23 Grad, Haifa 22 Grad, Tiberias am See Genezareth 27 Grad, am Toten Meer 28 Grad, Beersheva 24 Grad, Eilat am Roten Meer 28 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei  – 209.99 m unter dem Meeresspiegel angegeben. Es fehlen 119 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Tag. Bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!

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