Guten Morgen Israel – Ein anderer Unabhängigkeits-Tag

Unsere Praktikantin Nathalia über ihre Eindrücke vom Unabhängigkeits-Tag

von Nathalia Sonnek | | Themen: Guten Morgen
Foto: Nathalia Sonnek

Guten Morgen liebe Leser!

Nathalia

Der diesjährige 72. Unabhängigkeitstag in Israel verlief anders als in den letzten Jahren. Zwar sind die Straßen mit israelischen Flaggen und Lichterketten ausgeschmückt, aber dennoch ist die Stimmung im Land anders, als ich sie das letzte Jahr erleben durfte. Die Israelis fehlen. Wegen der Ausgangssperre, die verhängt wurde, um Menschenansammlungen und die Ausbreitung des Coronavirus zu mindern, feiern alle in ihren Häusern.

Als Tourist bekommen Samuel und ich hier in Jerusalem von den Feierlichkeiten nichts mit. Außer einer kleinen Parade von Feuerwehrautos, die mit Flaggen ausgeschmückt waren, und dem Klang eines weit entfernten Feuerwerks vor zwei Tagen.

Besonders in Städten wie Jerusalem oder Tel Aviv stritten sich die Menschen in den letzten Jahren um die letzten Grünflächen in den Parks, die dann von grillenden Großfamilien übersät waren. Obwohl die Israelis immer noch Wege finden, traditionell am Unabhängigkeitstag (hebr. Yom Ha`Atzmaut) zu grillen, standen die Parks gestern leer.

Dabei wird der Unabhängigkeitstag von Israelis oft als der fröhlichste Tag im Jahr beschrieben, wie auch von Anat Schneider, im Livestream von Israel Heute. Einem Tag, bei dem Menschen zusammen kommen und einheitlich Dankbarkeit für den Staat Israel Dankbarkeit ausdrücken als den einzigen jüdischen Staat auf der Welt. Man bemerke, dass einige Tage zuvor an den Holocaust und einen Tag vor dem Yom Ha`Atzamut an die Gefallenen Soldaten und Opfer des Terrors gedacht wurde. Die Israelis sind stolz auf ihren Staat und es ist ein Wunder Gottes, dass es ihn gibt.

Park
Diesmal waren die Parks leer

 

Glücklicherweise durfte ich die Feierlichkeiten des Unabhängigkeitstages vor einem Jahr in einem kleinen Ort in der Negev-Wüste miterleben. Mit meiner Gastfamilie, bei der ich für drei Wochen in ihrem Hotelbetrieb arbeitete, gingen wir auf ein größeres Fest der umliegenden Dörfer.

Jeder kannte sich dort, die Kinder spielten mit den Soldaten. Die Frauen kleideten sich zu Ehren der israelischen Flagge in Blau und Weiß und es gab ein buntes Feuerwerk.

Ich war sehr dankbar, dass ich das miterleben durfte, weil ich solche Feierlichkeiten aus Deutschland, etwa am Tag der Deutschen Einheit, gar nicht kenne. Wir kleiden uns dann nicht in den Farben, Schwarz, Rot und Gold, außer die deutsche Nationalmannschaft spielt in der Weltmeisterschaft. Es gibt nicht einmal ein Feuerwerk. Wahrscheinlich ist es, wegen des Holocausts und des Zweiten Weltkrieges, besser so, aber ich denke schon, dass wir etwas verpassen.

Denn der israelische Nationalstolz ist etwas sehr Schönes, woran wir uns immerhin als Deutsche erfreuen können. Wir dürfen mitfeiern, dass es diesen Staat gibt und welche Wunder Gott durch ihn und für ihn vollbracht hat.

Die Israelis sind jedoch stolz darauf, dass sie sich über die Jahre als einzigen jüdischen Staat immer wieder gegen ihre Feinde durchsetzen konnten. Das gibt den Israelis ein bestimmtes Selbstbewusstsein und Gemeinschaftsgefühl, von dem man dieses Jahr wegen des Coronavirus leider nicht so viel mitbekam. Vielleicht ja nächstes Jahr in Jerusalem.

Warteschlange vor einem Geschäft in Jerusalem

 

Das Wetter für heute in Israel:

Meistens sonnig und etwas wärmer als gestern. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 21 Grad, Tel Aviv 21 Grad, Haifa 19 Grad, Tiberias am See Genezareth 27 Grad, am Toten Meer 29 Grad, Beersheva 25 Grad, Eilat am Roten Meer 31 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist leider wieder um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei –208.925 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen 12,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen von Israel Heute wünschen wir ihnen einen angenehmen Taf und eine langsame Rückkehr in die Normalität.

 

Schalom aus Jerusalem!

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