Harmonische Stimmung

Bei der Vereidigung unseres neuen Präsidenten zeigte sich die Knesset von einer ganz anderen Seite. Es geht also auch anders, ohne Streit und unschöne Worte.

Umzugslaster vor dem Amtssitz des Präsidenten Foto: Sraya Diamant/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Tage wie gestern erleben wir vielleicht nur alle sieben Jahre. Wenn wir in unseren täglichen Nachrichten über die Knesset, dem israelischen Parlament, berichten, geht es dort meistens alles andere als ruhig zu. Besonders in den letzten Tagen ist die Knesset zusammen mit den verschiedenen Knesset-Ausschüssen DAS Zentrum für Streitereien, unschöne Beschimpfungen und gegenseitigen Beleidigungen geworden. Doch gestern war ein ganz besonderer Tag. Plötzlich herrschte eine Atmosphäre der Einheit und des gegenseitigen Respekts. Denn gestern wurde unser neuer Staatspräsident Isaac Herzog vereidigt.

Ich habe mir gestern fast die ganze Zeremonie der Vereidigung des neuen Präsidenten und den anschließenden Abschied des bisherigen Präsidenten Reuven Rivlin im Fernsehen angesehen. Irgendwie mag ich solche Zeremonien und Israel ist wirklich gut darin. Jeder Schritt ist bis ins kleinste Detail geplant. Und am meisten hat mich diese für die Knesset sonst ungewöhnliche feierliche Stimmung der Einheit beeindruckt. Ja, ich gebe zu, ich war emotionell berührt von den Bildern gestern. Hier ein Ausschnitt von der Vereidigung des neuen Präsidenten Herzog in der Knesset:

 

Verstehen Sie meine Begeisterung? Wann bekommt man so ein Bild aus der Knesset zu sehen? Ich habe mich völlig von dieser guten Stimmung anstecken lassen und gerne ignoriert, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Es ist bekannt, dass Reuven Rivlin nicht bei allen Politikern beliebt war, besonders bei denen seiner eigenen Partei, dem Likud. Rivlin war für sie ein zu politischer Präsident, der die Regierung unter dem Likud oft kritisiert hatte. Und dass Netanjahu und Rivlin nicht die besten Freunde waren, konnte man auch gestern wieder sehen, wenn man sich aufmerksam den Applaus nach der Rede des ehemaligen Präsidenten angesehen hat.

Die ganze Knesset applaudiert dem ehemaligen Präsidenten Rivlin. Nicht ganz, Netanjahu begnügte sich mit dem Erheben von seinem Sitz, geklatscht hat er nicht.

Und wenn sie ganz genau hinschauen gibt es vier Sitze weiter rechts von Netanjahu noch jemanden, der auf den Applaus für Rivlin verzichtete, der ehemalige Knessetvorsitzende (und mein Nachbar) Yariv Levin.

Aber ich möchte die Gute Stimmung jetzt nicht verderben. Ich gebe zu, dass mir das gestern gar nicht aufgefallen war, ich war viel zu begeistert von der Zeremonie und dem ganzen Drumherum. Besonders schön fand ich den Abschied aus dem Amtssitz des Präsidenten. Zunächst wartete der 10. Präsident Rivlin am Eingang des Amtssitzes auf seinen Nachfolger, dem 11. Präsidenten Herzog. Und nach der kleinen Zeremonie war es denn Herzog, der am Eingang stand und seinem Vorgänger zum Abschied winkte. Ich fand das irgendwie sehr berührend.

Abschied. Der Sitz des Präsidenten hat einen neuen Bewohner. Es ist schon interessant, dass in diesem Fall der Vorgänger sofort das Haus verlässt, ganz im Gegensatz zu Netanjahu, der erst jetzt den Amtssitz in der Balfour Straße verlassen hat. Die Umzugsdienste hatten gestern viel zu tun.

Und jetzt zurück in die Realität. Die nächste Sitzung in der Knesset ist für den kommenden Montag angesetzt, dann kann es dort wieder heftig zur Sache gehen, wie wir es gewohnt sind. Aber es wäre schön, wenn die Abgeordneten wenigstens etwas von der friedlichen Stimmung von gestern mitnehmen würden.

Unserem neuen Präsidenten wünsche ich viel Erfolg. Er hat sich verpflichtet, für die Einheit im Volk zu sorgen, ob ihm das gelingen wird? Und nun das Wetter. Es bleibt warm, wie es sich für den israelischen Sommer gehört,

 

Das Wetter für heute in Israel

Es wird noch etwas wärmer. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 32 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 37 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Beersheva 35 Grad, Eilat am Roten Meer 41 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209,65 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 85 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Donnerstag. Bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!

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