Guten Morgen Israel – 4 Wochen Lockdown

Während die Zahlen der neuen Coronafälle durch den Lockdown weiter nach unten gehen, passiert in den Basen der Armee genau das Gegenteil.

Guten Morgen Israel – 4 Wochen Lockdown
Miriam Alster/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Der Sommer scheint sich nun wirklich langsam zu verabschieden. Am frühen Morgen und auch am Abend kann man endlich wieder eine angenehme Kühle verspüren. Zum ersten Mal seit langer Zeit sinken die Temperaturen dann unter die 20 Grad Marke. Ich würde das Wetter fast herbstlich nennen, was aber bei Höchsttemperaturen von um die 30 Grad vielleicht noch etwas übertrieben ist. Aber für uns fühlt es sich nach diesem langen Sommer eben so an.

Unserem jüngsten Sohn, der momentan noch seinen Urlaub von der Armee genießt, scheint das nicht zu beeindrucken. Bei ihm läuft die Klimaanlage fast pausenlos. Leider kein billiges Vergnügen, aber ich gönne es ihm. Denn am Sonntag heißt es für ihn wieder zurück zur Armee. Einen so langen Urlaub, wie er ihn hatte, wird es wohl so schnell nicht wieder geben.

Gerade in diesen Tagen gibt es keine guten Meldungen über die Armee. Während die Zahlen der neuen Coronafälle durch den Lockdown weiter nach unten gehen, passiert in den Basen der Armee genau das Gegenteil. Die Zahl der am Coronavirus infizierten Soldaten ist drastisch angestiegen. In einer Basis für die Grundausbildung haben sich 102 Soldaten mit dem Virus infiziert, darunter auch ein weiterer Freund unseres Sohnes, der nun zusammen mit dem anderen Freund in einem Corona Hotel der Armee darauf wartet, das Virus wieder loszuwerden.

In den Medien wird die Armee jetzt heftig kritisiert. Dabei gab es sehr unangenehme Berichte von Soldaten, die von Coronakranken erzählten, die ihre Zimmer verließen, um Essen aus dem Essraum zu holen. Viele Eltern beschwerten sich auch, dass ihre Kinder die Basis nicht verlassen dürfen. Die Armee wollte damit vermeiden, das die Soldaten das Virus weiter verbreiten. Und nun steckt man sich leider in der Basis weiter gegenseitig an. Da es sich um junge Menschen handelt, werden die meisten das Virus wohl unbeschadet überstehen, trotzdem bin ich froh, dass unser Sohn seine Grundausbildung hinter sich hat. Er hat sie genau in der Basis gemacht, wo sich jetzt seine Freunde angesteckt haben.

Fast vier Wochen Lockdown – Die Geschäfte im Dizengoff-Center werden auch weiterhin geschlossen bleiben

Nach fast vier Wochen Lockdown warten nun alle auf die angekündigten Erleichterungen. In der nächsten Woche soll der Unterricht in den Kindergärten wieder aufgenommen werden und die Arbeit an Arbeitsplätzen, die keinen Kundenverkehr haben, wieder gestattet werden. Das soll geschehen, wenn es pro Tag weniger als 2000 neue Coronafälle gibt. Diese Zahl hängt natürlich auch von der Zahl der Tests ab. So ist die Prozentzahl der positiven Tests wohl noch wichtiger. Aber wie dem auch sei, die Geschäfte und Einkaufszentren werden weiterhin geschlossen bleiben, dem Plan zufolge noch bis zum 15. November.

Für die Ladenbesitzer ist das viel zu viel. Sie halten nicht mehr durch. Ein Geschäft nach dem anderen macht Pleite. Gestern machte ein Besitzer eines kleinen Schuhgeschäfts Schlagzeilen, als er seine ganze Ware auf die Straße vor seinem Geschäft warf und verschenkte.

So wie ihm geht es leider immer mehr Menschen. Keine guten Aussichten für die Zukunft. Besonders, weil eigentlich niemand so richtig weiß, wie es nach dem Lockdown weitergehen soll. Und nun zurück zum Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt bis heiter ohne bemerkenswerte Veränderungen der Temperaturen.  Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 26 Grad, Tel Aviv 28 Grad, Haifa 27 Grad, Tiberias am See Genezareth 33 Grad, am Toten Meer 32 Grad, Beersheva 30 Grad, Eilat am Roten Meer 34 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um zwei Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.86 m unter dem Meeresspiegel angegeben. Es fehlen 106 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Und noch etwas: Sollten Sie heute Abend Zeit haben, sind Sie herzlich eingeladen zu einem weiteren Treffen mit unserem Chefredakteur Aviel Schneider, der um 20 Uhr deutsche Zeit über Israel und die Präsidentschaftswahlen in den USA sprechen wird und dabei auch Ihre Fragen beantworten wird. Weitere Einzelheiten finden Sie hier.

Und nun wünsche ich Ihnen im Namen aller meiner Kollegen von Israel Heute einen angenehmen Mittwoch. Vielleicht sehen wir uns ja heute Abend. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

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