Guten Morgen Israel – Die rückwärts gewandte Start-Up Nation

Ironischerweise gehören die Israelis oft zu den letzten, die von israelischen Innovationen profitieren.

Guten Morgen Israel – Die rückwärts gewandte Start-Up Nation
Miriam Alster/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Israel ist als Start-Up Nation bekannt. Und das aus gutem Grund. Israel hat sich diese Bezeichnung nicht selber ausgedacht. Dies zeigt sich in der Tatsache, dass alle großen internationalen Technologiegiganten über F&E-Zentren und teilweise sogar vollständige Produktionsstätten im jüdischen Staat verfügen.

Dieser Innovationsgeist wird auf dem internationalen Markt hochgeschätzt. Ironischerweise gehören die Israelis oft zu den letzten (zumindest in der westlichen Welt), die von israelischen Innovationen profitieren.

Kürzlich habe ich zusammen mit meinem ältesten Sohn die CyberTech Tel Aviv 2020-Konferenz besucht, er möchte später in der High-Tech-Branche arbeiten. Als ein Moderator an einem der Stände meinem Sohn und seinen Schulkameraden erzählte, dass es wahrscheinlich viele Jahre dauern würde, bis die ausgestellten Technologien den israelischen Verbrauchern zur Verfügung stehen würden, nickte ich leise und wissentlich. Es ist eine Situation, die mir seit vielen Jahren bewusst ist und mich frustriert.

Cybertech 2020 in Tel Aviv

Israelis sind Meister im Um-die-Ecke-Denken, im Erfinden. Das gehört schon zum nationalen Charakter. Jahrzehntelang war man gezwungen, sich entweder eine unkonventionelle Lösung für eine komplexe und gefährliche Situation zu überlegen, oder auszusterben.

Warum müssen wir immer noch so viele Dinge auf archaischen, analogen Art und Weisen tun, wo unsere Nation doch für ihre technologische Kompetenz allseits berühmt ist? Warum funktionieren die meisten israelischen Webseiten auf Handys nicht richtig, wo doch Israel der Welt die Technologie bereitgestellt hat, die moderne Handys erst möglich macht? Hier eine wirklich merkwürdige Sache: Warum nutzen wir immer noch primitive und unsichere Papierzettelchen, wenn wir wählen? Und das mussten wir ja in letzter Zeit ziemlich oft. Andere Länder, die mit unserem Level an Hi-Tech nicht mithalten können, haben mittlerweile auch auf diesem Gebiet auf digitale Wahlmethoden umgestellt.

Es gibt natürlich auch positive Beispiele. Waze und die Verbraucher GPS Navigations-Revolution war schon für eine lange Zeit in Israel bekannt, bevor die Firma von Goggle subsumiert wurde.

Mehrheitlich ist es jedoch so, dass Israels größte Durchbrüche uns erst viel später zugutekommen, als Amerikanern und Europäern. Der Grund dafür macht Sinn, wenn man mal kurz innehält und sich überlegt, dass Israel einfach ein zu kleiner Markt für unsere besten und klügsten Unternehmer ist, um ihre Aufmerksamkeit hier zu fokussieren. Viele lokale Start-ups entwickeln ihre Produkte in der Hoffnung, von einem westlichen Tech-Giganten übernommen zu werden. Und vielen ist genau das auch schon gelungen.

Während wir uns also darüber freuen, dass Sie, liebe Leser, schon heute in den Genuss der besten israelischen Technologie kommt, hoffen wir, dass wir es in nicht allzu langer Zeit ebenfalls dürfen.

Und hier noch das Wetter für heute in Israel, das können wir sofort genießen, es soll wärmer werden, aber nicht für lange Zeit:

Meist sonnig bis leicht bewölkt mit einem weiteren Anstieg der Temperaturen, die für die Jahreszeit überdurchschnittlich hoch sein werden. In der kommenden Nacht kommt dann der Regen zu uns zurück. Und am Wochenende soll es dann wieder so richtig winterlich werden. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 16 Grad, Tel Aviv 21 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 21 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Beersheva 22 Grad, Eilat am Roten Meer 24 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um weitere zwei Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei –210.165 m unter dem Meeresspiegel.

 

Im Namen der Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen jetzt einen angenehmen und ruhigen Donnerstag.

Schalom aus Jerusalem!

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