Meine Frau Anat, ich und mein jüngster Sohn rennen die Treppen hinunter in den Bunker. Und wer überholt uns? Unser Beagle, Herr Hektor, er ist der erste im Bunker. Wir leben in einem Moschaw wenige Kilometer westlich von Jerusalem, 51 Km nordöstlich vom Gazastreifen entfernt. Dreimal hat es in unserer unmittelbaren Umgebung gedonnert. Ich bin mir nicht sicher, ob Raketen eingefallen sind oder wir den Knall von Abwehrraketen gehört haben, Israels Eisen-Kuppel – das Abwehrsystem, das am Himmel die Raketen abfängt.

Es war Zeit für eine Operation im Gazastreifen. Ob diese Operation letztendlich ihre Ziele neben den getöteten Top-Terroristen erringen wird, ist eine andere Frage. 31 Palästinenser sind gemäß palästinensischen Quellen getötet worden, darunter 6 Kinder. Ziel sind nur Terroristen. Aber wenn es sich um so genannte „Tickende Bomben“ handelt, dann muss das Sicherheitsgremium blitzschnell entscheiden, ob es die Ziele egal in welcher Situation bombardiert, auch wenn unschuldige Menschen in der Nähe sind. Dies ist übrigens juristisch zu verteidigen. Operation Schild und Pfeil wurde nicht nur ausgerufen, um Israels erschöpfte Abschreckungsstrategie wieder aufzufrischen, sondern ebenso die israelische Gesellschaft im Schatten der umstrittenen Rechtsreformen zu testen.
In den letzten Wochen berichteten wir über die tiefe Spaltung im Volk, die infolge der Rechtsreform ausgebrochen ist. Die Reformgegner haben Angst um Israels Demokratie und aus diesem Grund protestieren sie wöchentlich in allen Großstädten des Landes. Ob ihre Angst berechtigt ist, ist irrelevant, denn aus ihrer Sicht vollführt Israels rechtsnationale Regierungskoalition eine parlamentarische Hauruckaktion, dafür haben sie die volle Mehrheit von 64 Knessetsitzen. Israelische Reservisten, darunter Kampfpiloten, Offiziere und Soldaten aus allmöglichen Einheiten, darunter die besten Spezialkräfte, kündigten an, sie würden ihren Dienst verweigern, wenn diese Rechtsreform durchgesetzt wird. Ein bisher unbekanntes Statement in diesem Maße im Land.

Selbst die Regierungskoalition und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu haben Angst, dass dies Israels Verteidigungsarmee beeinträchtigen wird. In den arabischen Medien wurde darüber rund um die Uhr berichtet und behauptet, dass sich das jüdische Volk nun selbst zerstört. Der Iran nutzte diese anormale Situation in Israel aus und bildete entgegen allen Prognosen einen neuen Bund mit seinen moslemischen Erzfeinden und sunnitischen Regierungen. Wie sehr sich die Schiiten und Sunniten hassen, ist ein Thema für sich und darauf gehe ich hier nicht nochmal ein. In den israelischen Medien wurde oft über die Situation debattiert, ob Israel in solch einer Situation überhaupt fähig ist, sich zu verteidigen, sollte Israel angegriffen werden.
Und genau das geschah nun vor wenigen Tagen, als Israel mit der Operation gegen den Islamische Dschihad begonnen hat und in der ersten Nacht drei ihrer Top-Terroristen gezielt tötete. Es wurden Reservisten eingezogen und ich habe von keiner Verweigerung gehört, auch nicht unter den Kampfpiloten. Im Gegenteil, im Volk Israel ist wieder eine Einheit zu spüren, obwohl die Rechtsreformen noch immer auf dem Tisch legen. Egal mit wem ich auf den Straßen spreche, die große Mehrheit steht voll hinter der Regierung von Benjamin Netanjahu, um die Terroristen im Gazastreifen tüchtig zu schlagen.

Gemäß einer Umfrage (Maariv) im Land, ob die Operation „Schild und Pfeil“ im Gazastreifen beendet werden solle – ja oder nein – fiel das Ergebnis deutlich aus. Die große Mehrheit lehnt ein Ende der Operation ab. 79,1 % der Befragten sagten nein, Israel dürfe nicht auf Bedingungen des Islamischen Dschihad für einen Waffenstillstand eingehen. Nur 20,9 % der Befragten sind für das Ende der Operation und meinen, alle Ziele seien erreicht worden. Sobald sich Israel im Krieg befindet, wird oft alles andere in dieser Zeit vergessen. Der Krach zwischen rechts und links, religiös und säkular, ist derzeit wie verschwunden. Jetzt gilt es, den palästinensischen Terror zu schlagen. Und dafür hat die Regierung, selbst wenn man sie nicht gewählt hat, das volle Mandat im Volk. Andererseits sieht die Regierung, dass Israels Armee als solche noch immer funktioniert und stabil ist.
Aber noch mehr sehen das unsere Feinde. Sie flehen um Feuerpause, doch Israel weigert sich, den Bedingungen des Islamischen Dschihad entgegenzukommen. Die gezielten Tötungen werden nicht gestoppt und der Leichnam des verstorbenen Häftlings Khader Adnan wird nicht dem Islamischen Dschihad im Gazastreifen übergeben. Wer stille ist wie bisher noch nie, ist die Hamas und Hisbollah im Libanon. Kein Wort, keine Rakete. Das ist verdächtig. Die Hamas hat noch keine einzige Rakete auf Israel abgeschossen. Und wenn ich das irgendwie beurteilen muss, dann verdächtige ich die Hamas, sie wolle ihre Kollegen und Konkurrenz, den Islamischen Dschihad im Gazastreifen loswerden. Mit anderen Worten, Israel tut der Hamas einen Gefallen, indem man den Islamischen Dschihad bombardiert und ruiniert.
Nach zahlreichen Wochen ist es wieder schön zu sehen, wie wir alle zusammenhalten können. Dafür muss immer nur ein Grund her. Dafür hat Israel immer seine Feinde. Vielleicht können wir das sogar als Geschenk betrachten. Das war schon immer so, damals in der Bibel und auch heute.
In wenigen Stunden beginnt der Schabbat und heute ist die ganze Familie bei uns zu Hause eingeladen. Das Leben geht normal weiter und wenn die Sirenen am Schabbattisch heulen werden, dann rennen wir halt noch einmal in den Bunker. Das haben wir schon so oft mitgemacht, und es stört uns, aber nur in Maßen. Und so möchten wir Euch alle ermutigen und wünschen Euch einen gesegnetes Wochenende.
Und wenn Ihr an diesem Wochenende etwas Besonderes machen wollt, dann habe ich einen Vorschlag. Werbt für Israel Heute und schließt ein Abo ab, entweder Premium oder Zeitschrift! Israel Heute hat einen Inhalt, den andere nicht haben. Das sage ich mit Garantie! Schabbat Schalom!





In all dem Chaos, über das man hört und liest…irgendwie beruhigend, dieser Artikel…Gottes Schutz und Gnade über sein Volk.