Erstes muslimisches Land, das Antisemitismus bekämpft

Albanien übernimmt Definition des Antisemitismus der “Internationalen Holocaust-Gedenk-Allianz” (IHRA)

Erstes muslimisches Land, das Antisemitismus bekämpft
Marc Israel Sellem/POOL

Das mehrheitlich muslimische albanische Parlament hat die Definition des Antisemitismus der Internationalen Holocaust-Gedenk-Allianz (IHRA) offiziell übernommen und ist damit das erste Land mit einer muslimischen Mehrheit, das die Definition formell bestätigt und sich verpflichtet hat, Antisemitismus zu bekämpfen.

Bis heute haben vierunddreißig Länder die internationale Definition von Antisemitismus übernommen. Die Resolution wurde ohne jeglichen Einspruch verabschiedet, alle Mitglieder des albanischen Parlaments stimmten für ihre Annahme.

Die Verabschiedung dieser Definition ist Teil einer gemeinsamen Aktion der albanischen Regierung zusammen mit der “Bewegung zur Bekämpfung des Antisemitismus”. Mit weiteren Ländern auf dem Balkan hat diese gemeinsame Aktivität ihren Höhepunkt im Balkan-Antisemitismusforum gefunden, das nächste Woche stattfinden wird. Ziel des Forums ist die Schaffung einer einheitlichen Balkanfront zur Bekämpfung des Antisemitismus. An dem Forum nehmen der albanische Premierminister Edi Rama, der israelische Minister für Diaspora-Angelegenheiten, Omer Yankelevich, die Parlamentschefs von Albanien, Kosovo, Nordmazedonien, der israelische Präsident der Knesset, Yariv Levin, die IHRA-Präsidentin Michaela Kushler, die Kommissare der Bewegung zur Bekämpfung des Antisemitismus und Andere teil.

Der Vorsitzende der Jewish Agency, Isaac Herzog, ein Partner des Balkan-Forums und Vorstandsmitglied der Bewegung zur Bekämpfung des Antisemitismus, wird dem Präsidenten des albanischen Parlaments eine Urkunde überreichen, in der er dem albanischen Parlamentspräsidenten seine Anerkennung für die Annahme der IHRA-Definition von Antisemitismus und für das jahrelange Engagement Albaniens für die jüdische Gemeinschaft ausspricht.

Der Vorsitzende des albanischen Parlaments, Gramoz Ruçi: “Albanien, das, wie der gesamte Balkan, unter den schrecklichen Folgen ethnischer und religiöser Verfolgung gelitten hat, schließt sich heute offiziell dem Kampf gegen den Antisemitismus an. Albanien ist eines der Länder, das die Juden in der Vergangenheit vor Verfolgung und sogar Ausrottung geschützt hat, und darauf sind wir stolz. Besonders stolz sind wir darauf, dass Albanien das einzige Land in Europa war, das alle Juden, die während des Zweiten Weltkriegs dort lebten, geschützt hat. Albanien ist immer ein sicherer Ort für Juden gewesen und wird es immer sein”.

Der Vorsitzende der Jewish Agency, Isaac Herzog: “Ich gratuliere der albanischen Regierung zu dem bedeutenden Schritt, den sie im Kampf gegen den Antisemitismus unternommen hat. Die Verabschiedung der IHRA-Definition von Antisemitismus ist das wichtigste und wirksamste Instrument, das derzeit in der internationalen Arena zur Verfügung steht, um praktische Maßnahmen gegen die Geißel des Antisemitismus zu ergreifen. Ich beglückwünsche den Premierminister Albaniens, meinen guten Freund Edi Rama, zu dieser wichtigen Entscheidung, die getroffen wurde, nachdem er kürzlich in Tirana ein beeindruckendes Denkmal zum Gedenken an den Holocaust und zu Ehren der Gerechten unter den Völkern aus dem albanischen Volk eingeweiht hat.

Robert Singer, Vorstandsmitglied der “Bewegung zur Bekämpfung des Antisemitismus”: “Wir gratulieren Albanien zur Annahme der internationalen Definition von Antisemitismus und hoffen, dass sie ein Katalysator für die Annahme der Definition und den Kampf gegen den Antisemitismus in anderen Ländern des Balkans und in muslimischen Ländern sein wird.“

Auch das israelische Außenministerium begrüßte die Verabschiedung der IHRA-Definition durch das albanische Parlament. Die IHRA-Definition ist ein wesentliches Instrument im Kampf gegen das Phänomen des Antisemitismus. Außenminister Gabi Ashkenazi: “Ich begrüße die Initiative, eine Konferenz über Antisemitismus abzuhalten. Sich die Hände zu reichen und zwischen Ländern und Völkern zusammenzuarbeiten, ist der Schlüssel zum Umgang mit diesem anstößigen Phänomen”.

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