Erinnerungen an normale Zeiten

Die letzten Tage vor Beginn des neuen Schuljahres waren immer sehr anstrengend, auch ohne Corona.

Warteschlange vor einer Impfstation in Jerusalem. Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Wenn  ich heute ein paar Jahre jünger wäre und noch Kinder im schulpflichtigen Alter hätte, dann wäre ich heute wohl sehr gestresst und angespannt. Die letzten Tage vor dem Beginn des neuen Schuljahres nach ewig langen Sommerferien waren immer sehr anstrengend und das sogar ohne Corona. Das Kaufen der neuen Schulbücher hatte ich generell immer bis zum letzten Moment aufgeschoben, obwohl mir klar war, dass dadurch alles noch viel anstrengender sein wird. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich einer langen Schlange von Müttern und Vätern vor dem Buchgeschäft stand, um doch noch pünktlich alle nötigen Schulbücher zu bekommen.

Nein, das ist keine Warteschlange auf dem Markt, sondern vor einem Geschäft für Schulbücher, vor 5 Jahren in Jerusalem

Außer den Schulbüchern gab es natürliche noch weitere „Hürden“ zu überwinden, um das Schuljahr ordnungsgemäß zu beginnen. Neben allen möglichen Accessoires, ohne die man laut Tochter das neue Schuljahr nicht beginnen kann, mussten wir für neue T-Shirts und Sweatshirts mit dem entsprechenden Logo der Schule sorgen. Auch darum kümmerten wir uns meistens erst am letzten Tag der Ferien, es war reiner Stress.

Aber damit ist nun schon seit ein paar Jahren Schluss, unsere Kinder sind erwachsen und wir Eltern alt geworden. Aber wie sagt man? Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen. Daran mag etwas dran sein, nach der Schule begannen unsere Kinder einer nach dem anderen mit dem Armeedienst, unsere Söhne machten den Führerschein, was weitere Sorgen auslöste, aber alles in allem bin ich schon sehr zufrieden, dass wir mit der Schule nichts mehr zu tun haben. Besonders seitdem unser tägliches Leben von einem Virus bestimmt wird.

Es ist nicht einfach, Schüler in der Corona-Ära zu sein. In keinem Land gingen die Kinder aufgrund der Corona-Maßnahmen weniger in die Schule als in Israel. Fast ein ganzes Jahr saßen die Kinder zu Hause und lernten mehr oder weniger erfolgreich per Zoom. ich erinnere mich an einen Fernsehbericht, in dem erzählt wurde, dass viele Schüler der Oberstufe die Schule verlassen haben, sie sahen keinen Sinn mehr in dem Lernen von zu Hause aus, ohne jeglichen Kontakt mit der Schulklasse. Viele Schüler fühlten sich verloren.

Während der ganzen Sommerferien diskutierte man in unserer neuen Regierung, ob man das Schuljahr planmäßig am 1. September beginnen soll oder lieber bis nach den Feiertagen warten solle, dass es wegen dieser Feiertage eh nur sehr wenige Schultage im September gibt. Nach vielem Hin und her entschloss man sich, das Schuljahr morgen zu beginnen, um den Schülern etwas Normalität zu vermitteln. Doch so normal ist das alles gar nicht, wenn man bedenkt, was alles getan werden muss, um den Schulunterricht durchführen zu können. Alles geht nach dem sogenannten „grünen Pass“. In Klassen, wo mehr als 70 Prozent der Schüler geimpft sind, findet der Unterricht normal statt, sonst wird weiter per Zoom unterrichtet. Kinder unter 12 Jahren müssen sich immer wieder testen lassen, um in die Schule gehen zu können. Dafür wurde jetzt mit der Verteilung von Selbsttests begonnen.

Selbsttests für alle Schulkinder unter 12 Jahren

Also ich muss zugeben, dass ich mehr als glücklich darüber bin, dass ich mit all diesen Sachen nichts mehr zu tun habe. Ich bin dankbar, dass unsere Kinder eine ganz normale Schulzeit hinter sich haben. Das Schuljahr soll morgen also wie geplant beginnen. Ich wünsche allen Eltern und Kindern viel Erfolg und ein etwas normaleres neues Schuljahr.

Unterdessen ist die dritte Impfaktion in vollem Gange (siehe Titelbild oben), ja, hier bei uns haben sich die meisten Israelis für die Impfung entschieden, viele machen es, um ohne Quarantänen ins Ausland fliegen zu können. Wir leben nun mal nicht in einer normalen Zeit, aber versuchen dennoch, so normal wie möglich zu leben. Wir brauchen Geduld, bis wir gelernt haben werden, mit diesem Virus und seinen Varianten zu leben.

Und nun zu einem nicht weniger wichtigen Thema, das Wetter. Wann hat diese Hitze endlich ein Ende?

 

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt bis heiter und für die Jahreszeit normale Temperaturen. Es bleibt also auch am letzten Augusttag heiß. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 31 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 29 Grad, Tiberias am See Genezareth 37 Grad, am Toten Meer 38 Grad, Beersheva 34 Grad, Eilat am Roten Meer 38 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist seit gestern um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 210,06 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 1,26 Meter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Dienstag. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

 

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