Wir berichten über die Veröffentlichung der ersten in hebräischer Sprache verfassten Einführung zum Thema: „Das Neue Testament als jüdische Literatur“ von Serge Ruzer. Der Autor ist außerordentlicher Professor am Institut für Vergleichende Religionswissenschaft und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Christentumsforschung der Hebräischen Universität Jerusalem.
Israel Heute: Was hat Sie dazu bewogen, sich beruflich mit dem Neuen Testament zu beschäftigen?
Professor Ruzer: Ich bin in Moskau aufgewachsen. Während meiner prägenden Jahre gab es ein neu entflammtes Interesse an Religion, nachdem sie jahrzehntelang aus dem öffentlichen Diskurs verschwunden war. Mein erstes Forschungsinteresse galt der Geschichte der jüdischen Auslegung der Thora. Als ich mich mit der mittelalterlichen Auslegung der Thora befasste, entdeckte ich, dass sie sich auf frühe rabbinische Quellen stützte. Das Neue Testament war noch älter als diese Auslegungen und enthielt frühe Zeugnisse für einige rabbinische Auslegungspfade. Das Neue Testament war auch ein zentrales Thema in meinem intellektuellen Umfeld, da es die grundlegende Textsammlung aus der Zeit vor der Trennung von Judentum und Christentum darstellt, aber...
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