(JNS) Die regionale Haltung der Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan ist zunehmend selbstbewusst geworden und verbindet ideologische Botschaften, militärisches Engagement und diplomatische Manöver im gesamten Nahen Osten. Seine jüngsten Äußerungen zur Verurteilung des Antisemitismus haben Fragen aufgeworfen, ob Ankara seine Rhetorik gegenüber Israel neu ausrichtet oder lediglich sein internationales Image aufpoliert.
Eine genauere Betrachtung der türkischen Politik legt nahe, dass die Erklärung eher eine kalkulierte Kommunikationsstrategie widerspiegelt als eine bedeutende Verschiebung in Ankaras allgemeiner Haltung gegenüber Israel und der Region.
Der ehemalige israelische nationale Sicherheitsberater Meir Ben-Shabbat und der Türkei-Experte Hay Eytan Cohen Yanarocak erklärten gegenüber JNS, dass Erdoğans Äußerungen in einem breiteren politischen und strategischen Kontext verstanden werden sollten – und nicht als Beweis für einen substanziellen Politikwechsel.
Bei einem kürzlich in Ankara abgehaltenen Iftar-Abendessen mit Vertretern religiöser Minderheiten erklärte Erdoğan: „So wie Islamophobie ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist, ist auch Antisemitismus ein Verbrechen, ein Übel, das nicht als vernünftig oder legitim angesehen werden kann.“
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Wer soll ihm (Erdogan) noch etwas glauben?
Ich glaube, im Kern ist Erdogan einer von den Guten, aber man hat oft den Eindruck, dass er irgendwelchen Radikalen gefallen will und immer dann, wenn er so spricht, wirkt er wie vergiftet und wird oft mahnend-laut und anmaßend.
Man kann mit der Türkei unter ihm sicher auskommen und reden, aber wirklich gesunde Beziehungen mit ihm kann man nur haben, wenn er Abstand zu den islamistischen Lehren gewinnt. Diese ganzen radikalen Lehren erweisen sich ja gerade überall in der Welt als Irrglaube und als Teil der großen Täuschung und Versuchung, die für unsere Tage unter den Muslimen angesagt ist.
Seine erfolgreichste Zeit hatte er, soweit ich informiert bin, vor dem Aufkommen der radikalen Terrorgruppen. Seit er sich daran angenähert hat, ging es abwärts für ihn und auch das eigene Volk wurde unzufrieden und fing an zu protestieren.