Die Haltung des US-Gesandten Thomas Barrack gegenüber der Hisbollah und dem Libanon zeigt, warum selbst unter dem großen Dealmaker Donald Trump Amerika die grundlegenden Probleme des Nahostkonflikts nicht versteht.
Barrack besteht darauf, dass für Frieden und Stabilität die Hisbollah davon überzeugt werden muss, dass auch für sie eine bessere Zukunft möglich ist.
Das US-Außenministerium listet die Hisbollah als ausländische terroristische Organisation (FTO) auf. In seinen Äußerungen gegenüber libanesischen Medien bezeichnete Barrack die Hisbollah jedoch als „eine politische Partei, die auch eine militante Seite hat“.
Laut Barrack „muss die Hisbollah sehen, dass es eine Zukunft für sie gibt, dass der Weg nicht nur gegen sie gerichtet ist und dass es auch für sie eine Option für Frieden und Wohlstand gibt“.
Wie so viele amerikanische Gesandte vor ihm hat Thomas Barrack die Dinge verkehrt herum verstanden.
Die Hisbollah ist keine politische Partei, die zufällig auch eine „militante Seite“ hat.
Die Hisbollah ist eine terroristische Armee, die auch das libanesische Parlament kontrolliert.
Der getötete Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah war kein Politiker. Er war ein Dschihadist, der eine gut ausgerüstete und hoch trainierte Militärmacht befehligte, die sich der Vernichtung Israels verschrieben hatte.
Barracks falsche Einordnung der Hisbollah in dieser Hinsicht führt wiederum zu seiner Schlussfolgerung, dass die Hisbollah eine legitime Bewegung ist, die Teil einer besseren Zukunft für den Libanon sein muss.
Er versteht nicht oder will nicht akzeptieren, dass die Hisbollah wie die Hamas eine hasserfüllte Ideologie vertritt und mit dem erklärten Ziel existiert, Israel zu vernichten. Ohne dieses Ziel und die Mittel zu seiner Verwirklichung würde die Daseinsberechtigung der Hisbollah verschwinden.
Die Hisbollah muss, wenn nicht ganz beseitigt, so doch zumindest an den Rand gedrängt werden, damit es Hoffnung auf dauerhafte Stabilität gibt.
Es waren die gut gemeinten, aber leider schlecht durchdachten Stimmen von Menschen wie Thomas Barrack, die vor dem Zweiten Weltkrieg eine wirksame Opposition gegen die Nazis verhinderten. Erst spät erkannten die USA, Großbritannien und andere, dass man mit den Nazis nicht verhandeln konnte und dass sie nicht Teil der Lösung sein durften. Nein, um des Friedens willen mussten die Nazis vernichtet werden.
Das Gleiche gilt für die Hisbollah.




