(JNS) „Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) ist eine unparteiische, neutrale und unabhängige Organisation, deren ausschließlich humanitäre Aufgabe darin besteht, das Leben und die Würde der Opfer bewaffneter Konflikte und anderer Gewaltsituationen zu schützen.“ — Leitbild des IKRK
Das sind noble Worte. Sie sprechen von Neutralität, Würde und Schutz. Aber wenn es um Gaza und die am 7. Oktober 2023 von der Hamas entführten israelischen Geiseln geht, ist das Rote Kreuz diesen Worten nicht gerecht geworden. Tatsächlich hat es kläglich versagt.
Fast 250 Geiseln wurden von der Hamas und dem Palästinensischen Islamischen Dschihad unterirdisch festgehalten, allen wurde der Kontakt zur Außenwelt verwehrt. Während dieser ganzen Tortur hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz nie auf Zugang zu den Gefangenen bestanden. Es hat keine medizinischen Besuche gefordert, keine Überprüfungsmissionen entsandt und sich nicht öffentlich geäußert.
Es fungierte höchstens als Vermittler bei der Freilassung von Geiseln – als Kurier, nicht als Verteidiger der Menschenwürde. Für die Familien der Gefangenen war das keine Neutralität. Es war eine Kapitulation.
Das IKRK verteidigt oft seine „stille Diplomatie”. Aber Diplomatie, die nichts erreicht, ist keine Diplomatie. Es ist eine moralische Kapitulation.
Der Kontrast zu seinen Aktivitäten in anderen Regionen ist eklatant. In der Ukraine forderte das Rote Kreuz öffentlich Zugang zu den von Russland festgehaltenen Gefangenen, verhandelte über Besuche vor Ort und veröffentlichte regelmäßig Pressemitteilungen. In Syrien und im Irak drängte es auf humanitäre Korridore. Auf dem Balkan war es eine der ersten Organisationen vor Ort, die das Schicksal vermisster Personen dokumentierte.
Doch in Gaza, wo Juden und Israelis die Opfer waren, schwieg das Rote Kreuz. Keine täglichen Briefings. Kein öffentlicher Druck. Keine dringende Kampagne. Eine Organisation, die sich rühmt, die Stimmlosen zu verteidigen, entschied sich, nichts zu sagen.
Es ist nicht das erste Mal, dass das Rote Kreuz seine eigene Mission verfehlt hat. Während des Zweiten Weltkriegs ließ es sich in Theresienstadt von der Nazi-Propaganda manipulieren und versäumte es, über die Schrecken zu berichten, die es sah. In Srebrenica im Jahr 1995 führte seine Untätigkeit dazu, dass es ein Massaker dokumentierte, anstatt es zu verhindern.
Das Rote Kreuz sagt gerne, dass es „nicht durchsetzen“, sondern nur „eintreten“ kann. Im Gazastreifen trat es nicht einmal mit der Dringlichkeit für die Situation ein, die erforderlich gewesen wäre.
Die Hamas hat eindeutige Kriegsverbrechen begangen: Sie hat Zivilisten entführt, ihnen Nahrung und medizinische Versorgung vorenthalten und internationalen Beobachtern den Zugang verweigert. Das Schweigen und die Passivität des Roten Kreuzes haben dieses Verhalten faktisch normalisiert.
Ja, stille Diplomatie hat ihre Berechtigung, aber nur, wenn sie Ergebnisse bringt. In Gaza hat sie nichts gebracht – keine Besuche, keine medizinischen Untersuchungen, keine Lebensbestätigungen. Die Welt erfuhr von den Geiseln durch Propagandavideos der Hamas, nicht durch humanitäre Berichte.
Dies war kein logistisches Versagen, sondern ein Versagen des Willens.
Echte Neutralität bedeutet nicht, tatenlos zuzusehen, wie Terroristen unschuldige Zivilisten brutal behandeln. Es bedeutet, humanitäre Grundsätze konsequent zu wahren. In Gaza hätte echte Neutralität bedeutet, die Hamas lautstark und öffentlich Tag für Tag dazu zu drängen, Besuche bei den Geiseln zuzulassen. Es hätte bedeutet, die Welt daran zu erinnern, dass diese Männer, Frauen und Kinder Rechte nach internationalem Recht haben.
Stattdessen versteckte sich das Rote Kreuz hinter Verfahrenssprache und diplomatischem Geflüster. Es wurde zum Zuschauer menschlichen Leidens, nicht zum Verteidiger der Menschenwürde.
Wenn das Rote Kreuz ernst genommen werden will, dann schuldet es den Geiseln und ihren Familien Antworten:
- Warum hat es nicht wie anderswo Zugang zu den Geiseln gefordert?
- Warum hat es sich damit begnügt, als Kurier statt als Fürsprecher zu agieren?
- Warum hat es die Handlungen der Hamas nicht öffentlich als Kriegsverbrechen bezeichnet?
Schweigen angesichts von Barbarei ist keine Neutralität, sondern Mittäterschaft. Und dieses Mal ging das Schweigen des Roten Kreuzes auf Kosten israelischer Leben.
Solange sich das IKRK nicht seiner eigenen Charta verpflichtet fühlt, wird sein Ruf als Hüter humanitärer Werte durch sein Versagen in Gaza dauerhaft beschädigt bleiben.





Das Versagen des IRK ist so offensichtlich und passiert vor aller Augen, dass es schon fast nicht mehr benannt werden muss.