Das israelische Außenministerium hat am Mittwochabend eine Erklärung arabischer und muslimischer Außenminister, in der Israels Vorgehen in Jerusalem verurteilt wird, scharf zurückgewiesen. Die Vorwürfe seien falsch, geschichtsverzerrend und zutiefst zynisch.
Die Erklärung erfolgte nach einem Treffen in Amman, das von Jordanien einberufen worden war. Daran nahmen Mitglieder des Arabischen Ministerkomitees für Jerusalem, der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Aboul Gheit, sowie Vertreter der Türkei, Pakistans, Indonesiens und Malaysias teil.
Nach Angaben der jordanischen Nachrichtenagentur Petra vereinbarten die Minister die Einrichtung eines ständigen Mechanismus, einschließlich einer internationalen Medienplattform, um angebliche israelische „Verstöße“ an den heiligen Stätten Jerusalems zu dokumentieren. Zudem bekräftigten sie ihre Unterstützung für die jordanische Schutzherrschaft über die islamischen und christlichen Stätten der Stadt – die Grundlage des sogenannten „Status quo“.
Das israelische Außenministerium erklärte hingegen, die Erklärung beruhe auf „falschen Anschuldigungen, historischen Verzerrungen und einer völligen Missachtung der Tatsachen“.
Besonders scharf kritisierte Jerusalem den Widerspruch, dass die arabischen und muslimischen Minister Israel einer Verletzung der Religionsfreiheit beschuldigten, zugleich aber darauf beharrten, der gesamte Tempelberg sei ausschließlich ein muslimischer Gebetsort.
„Es ist besonders zynisch, Israel der Verletzung der Religionsfreiheit zu beschuldigen und gleichzeitig zu erklären, dass der gesamte Tempelberg ein Gebetsort ausschließlich für Muslime ist“, erklärte das Ministerium.
The declaration endorsed by the Foreign Ministers of the Arab Ministerial Committee, convened by Jordan, is built on false accusations, historical distortions, and a complete disregard for the facts.
It is particularly cynical to accuse Israel of violating freedom of worship…
— Israel Foreign Ministry (@IsraelMFA) August 5, 2026
Die arabischen und muslimischen Minister sprächen zwar die Sprache der Religionsfreiheit, so Israel, jedoch nur in eine Richtung. Muslimisches Gebet auf dem Tempelberg werde als unantastbar und selbstverständlich betrachtet. Jüdisches Gebet an dem Ort, an dem einst beide biblischen Tempel standen, werde hingegen als Provokation, Verstoß oder Bedrohung dargestellt.
Israel verweist dagegen darauf, dass „unter israelischer Souveränität Jerusalem, die ewige Hauptstadt des Staates Israel, niemals offener und zugänglicher für Gläubige aller Religionen gewesen ist.“
Zugleich bekräftigte Israel sein Bekenntnis zur Wahrung der Religionsfreiheit, zur Aufrechterhaltung des Status quo auf dem Tempelberg sowie zur Gewährleistung von öffentlicher Ordnung und Sicherheit für alle Besucher.
Die Kontroverse macht erneut deutlich, welche doppelten Maßstäbe im Zusammenhang mit Jerusalem angelegt werden. Von Israel wird erwartet, den Zugang und die Sicherheit für Angehörige aller Religionen zu gewährleisten, gleichzeitig wird der jüdische Staat verurteilt, sobald Juden auch nur die begrenzteste Verbindung zu ihrer heiligsten Stätte geltend machen.
Eine ernsthafte Diskussion über Religionsfreiheit in Jerusalem ist nicht möglich, wenn sie damit beginnt, das jüdische Volk vom Tempelberg auszublenden.




