all

all

Alltag in Jerusalem, trotz allem

Wir befinden uns in einer schlimmen Zeit, die Stimmung im Land ist schlecht, unser Volk ist zerstritten. Und dennoch muss das Leben weitergehen. Und dass es weitergeht, das zeigt ein kurzer Spaziergang durch Jerusalem.

Jerusalem
Jerusalem. Foto: Dov Eilon.

Seit fast einem Jahr befinden wir uns in einer eigentlich unmöglichen Realität. Dennoch muss auch das alltägliche Leben irgendwie weitergehen, trotz der Tatsache, dass sich noch immer 101 israelische Geiseln in der Gewalt der Hamas im Gazastreifen befinden und unser Land von allen Seiten bedroht wird. Trotz der Tatsache, dass schon über 700 israelische Soldaten in diesem Krieg gefallen sind, und noch immer fast 100.000 Israelis nicht in ihre Häuser zurückkehren können, weil jeden Tag zig Raketen aus dem Libanon auf den Norden unseres Landes geschossen werden, muss das Leben weitergehen.

Die Stimmung im Land ist nicht gut. Wir sind unter uns zerstritten. Menschen gehen auf die Straße, um für die Freilassung der Geiseln zu kämpfen. Andere nutzen die Lage aus, um weiter gegen die Regierung und ihrem Chef, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu kämpfen, der bei den letzten Protesten sogar als „Mörder der sechs Geiseln“ bezeichnet wird, die von der Hamas auf die grausamste Art und Weise durch Schüsse in den Kopf und in das Herz „hingerichtet“ wurden, kurz bevor unsere Soldaten eintrafen. Die Gegner Netanjahus nutzen die vielleicht schlimmste Zeit, die unser Land, unser Volk, je durchmachen musste, gnadenlos aus, um weiter ihren Hass gegen „Bibi“ zu schüren und den Sturz seiner Regierung zu erzwingen. Und das alles unter dem Deckmantel der Demokratie.

Ich bin ehrlich gesagt sprachlos über die Situation, in der wir uns befinden. Anstatt Einheit und Zusammenhalt zu zeigen, spielen wir mit unserem Benehmen unseren Feinden in die Hände. Hamas-Chef Yaha Sinwar in seinem Tunnel, wahrscheinlich umringt von zahlreichen israelischen Geiseln, und reibt sich die Hände. Wir erledigen die ganze Arbeit für ihn. Wenn es so noch einige Monate weitergehen sollte, dann weiß ich nicht, wohin das noch führen könnte. Ich möchte nicht daran denken.

Und trotzt diesem ganzen Schlamassel, in dem wir uns befinden, geht das tägliche Leben weiter. Gestern haben wir uns wieder in Jerusalem zu unserer Redaktionssitzung getroffen. Für mich war das eine Gelegenheit, endlich mal wieder etwas durch die Jerusalemer Stadt zu gehen und neue Energien zu tanken. Und genau das habe ich gestern gemacht. Und wisst Ihr was? Das Leben geht auch in diesen schweren Tag weiter, es muss ja weitergehen. Die Stadt war relativ gut besucht, Menschen saßen in Restaurants und Cafés, allerdings fiel mir schon auf, dass es so gut wie keine Touristen in der Stadt gibt. Und damit Ihr dennoch etwas von dem täglichen Leben sehen könnt, lade ich Euch ein, mich auf meinen kurzen Spaziergang zu begleiten. Lust auf etwas Jerusalem? Hier geht es los:

Wir Ihr sehen könnt, ist von der schlechten Stimmung im Land kaum etwas zu spüren. Denn wir, die Bürger, müssen mit unserem Alltagsleben fortfahren, anders geht es einfach nicht. Ich hoffe, unser kurzer Spaziergang hat Euch gefallen. Gerne könnt Ihr unten in Euren Kommentaren schreiben, wo Ihr beim nächsten Mal spazieren gehen wollt. Dann werden wir uns vielleicht bald wieder einmal treffen. In der Hoffnung, dass unsere Geiseln endlich nach Hause kommen und dass wir bald wieder in die Normalität zurückkehren können, wünsche ich Euch einen angenehmen Tag, trotz allem.

Shalom!

About the author

Patrick Callahan

This is an example of author bio/description. Beard fashion axe trust fund, post-ironic listicle scenester. Uniquely mesh maintainable users rather than plug-and-play testing procedures.

Mitglieder

Israel Heute Mitgliedschaft


Digital Monatlich Digital Jährlich Print + Digital (Deutschland) Print + Digital (International)
Preis
6.90
/ Monat

(€82,80 Jährlich)
51,00
/ Jahr
63,00
/ Jahr
73,00
/ Jahr
Voller Zugang zu allen Mitglieder-Inhalten
Gedrucktes Magazin (6 Ausgaben pro Jahr)
Magazin als E-Paper
Exklusive Zoom-Veranstaltungen
Werbefreies Lesen
Kostenloser Probemonat
Ersparnis gegenüber dem Monatsabo - 38,41% / €31,80 23,91% / €31,80 11,84% / €31,80
Effektiver Jahrespreis €82,80 €51,00 €63,00 €73,00

4 Kommentare zu “Alltag in Jerusalem, trotz allem”

  1. ELI sagt:

    Hallo Dov, vielen vielen Dank für das schöne Video in schweren Zeiten.Ich wünsche mir kein bestimmtes Video, alle sind mir sehr willkommen und ich freue mich darüber. Ist mein Eindruck richtig das nicht mehr so viele Menschen bewaffnet sind ? Wie geht ihr mit der täglichen Bedrohung angegriffen zu werden um? Wenn in den Medien immer nur Israel angegriffen wird und die Hamas und die Geisel unerwähnt bleiben könnte ich platzen vor Ärger! Gott behütete ,bewahren und segne alle Mitarbeiter von ISRAEL HEUTE, das wünscht Eli

  2. Andrea Dorow sagt:

    VIELEN Dank für den Bummel durch Jerusalem! Habe dieses Video schon la nge vermisst. Lieber Herr Dov Eilon danke, wie sie in der Vergangenheit auch schon aus ihrem Alltag in der Familie berichtet haben. Das verbindet mich mit ihrem Land so sehr. Zweimal durfte ich in Israel zu Gast sein, 2oo8 und 2018. Ich schätze alle Mitarbeiter bei NAI.
    Aviel Schneider und seine Frau Anat, so gerade heraus und so sensibel, mutig und doch verletzlich wie wir alle.
    Danke, in Jesu Liebe vereint

  3. spenglersilvia sagt:

    Lieber Dov, ich kann mich den vorigen Kommentaren nur anschließen.
    Habe die Spaziergänge sehr vermisst, vor allem, weil ich noch nie in Israel war.
    In der DDR-Zeit war keine Möglichkeit, später – und das sage ich nicht als Klage-
    reichte das Geld nicht für zwei, außerdem durch die Behinderung schwierig.
    Aber ich kenne die Geschichte aus der ganzen Bibel und hoffe und bete für die Einheit des Volkes, und dass es sich nicht auf andere verlässt, so nötig sie auch wären. Die Geschichte seit der Anfänge zeigt, dass selten für Israel Recht gesprochen wurde – das Christentum hat bis heute die Frohe Botschaft zu einer Ersatzreligion gemacht, nur Wenige kennen die Geschichte, und der Gott Israels ist nicht zu fassen – es gibt immer Neues zu lernen, zu entdecken. Am meisten, wenn man Juden zuhört, in ihre Gedanken eintaucht, um sie kennenzulernen.
    Schön, wenn weitere Spaziergänge möglich wären – egal wohin – aber, bitte nicht, wenn die Gefahr zu groß ist.
    Schalom für Israel und die Welt!

  4. Theodor Fritz sagt:

    Ich würde mir verschiedene kleine Spaziergänge wünschen: durch die Altstadt an der Kotel vorbei durch das Jewish Quarter zum Jaffa Tor, durch das schöne Viertel um die Montefiori-Windmühle, durch die Parkanlage, wo viele Brautpaare Fotoshooting machen, das ehemalige deutsche Templer-Viertel, einen Spaziergang oben auf der Mauer mit Blick von oben auf die Tore und die entlang der Mauer befindlichen Hinterhöfe…

Schreibe einen Kommentar

Anmelden