Tamar Getter wurde 1953 in Tel Aviv geboren und absolvierte dort auch ihr Kunststudium. 1981 erhielt sie den Jack O’Hara-Preis für junge israelische Künstler und 1994 einen Preis des Ministeriums für Kunst und Wissenschaft.
Christliche Motive tauchten in ihren Bildern erstmals in einer Serie mit dem Namen „Tel Hai’s Courtyard” auf, die zwischen 1974 und 1978 entstand, nachdem 1973 der Jom-Kippur-Krieg bei vielen Israelis Wunden hinterlassen hatte. In der israelischen Kultur verkörpert Tel Hai das Ideal des Heldentums. Im März 1920 hatten Araber den kleinen Außenposten Tel Hai in Galiläa angegriffen und dabei den beliebten zionistischen Militärführer Joseph Trumpeldor getötet, der im Krieg zwischen Russland und Japan eine Hand verloren hatte. Die letzten Worte des sterbenden Helden waren: „Es ist gut, für unser Land zu sterben“. Diese Worte, die junge Zionisten noch jahrzehntelang inspirieren sollten, verloren im Jom-Kippur-Krieg ihren Charme.

Getter, deren Hand ebenfalls amputiert ist, forderte das Modell des zionistischen Helden heraus, indem sie Trumpeldor mit Jesus...
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