Naomi und Ruth machten sich also auf den Weg nach Juda. Sie waren sich darüber im Klaren, dass dort nichts auf sie wartet als Armut. Naomi gab sich selbst infolgedessen einen anderen Namen und nannte sich nun Mara, denn Bitterkeit hatte bislang ihr Leben bestimmt, auf Hebräisch Marir. Nur Ruth gab nicht auf. Ruth lehrt uns, wie man auch in schlimmen und tiefen Zeiten im Leben das Glas immer als halbvoll ansehen kann. Ruth könnte eigentlich in ihrer eigenen Trauer versinken und sagen: „Ich habe keinen Mann. Ich habe keine Heimat. Ich haben nichts zu essen. Ich bin arm.“ Hätte sie all das gesagt, hätten wir Mitleid mit ihr und ihr sofort zugestimmt. Sie war eine arme Witwe, hatte ihre Heimat verlassen und musste auf den abgeernteten Feldern Nachlese halten, um ein paar Weizenkörner essen zu können.
Aber Ruth war mit dem zufrieden, was sie hatte. Sie fühlte eine Berufung in ihrem Leben. Sie hatte eine Schwiegermutter, die sie liebte. Es gibt gewisse Grundlinien, womit sich arme Menschen im Leben ermutigen können. Mit...
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