Guten Morgen liebe Leser!
Heute früh wurde ich vom Regen geweckt, der eimerweise auf die Markisen in unserem Garten fiel. Ich hatte es gestern Abend vergessen, sie einzufahren. Wenn dann der Regen mit voller Kraft auf sie fällt, dann macht das einen ganz schönen Krach. Mein Wecker war heute früh also überflüssig. Auch jetzt regnet es hier in Jerusalem sehr heftig, endlich. Die Temperaturen sind stark nach unten gegangen und auch in den nächsten Tagen soll es kühl bleiben mit etwas Regen. Ist das jetzt der Winter?
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Regenschauer begleitet von Gewittern im Norden und Zentrum des Landes. Vereinzelte Schauer im Negev. Überschwemmungsgefahr an der Küste, in den Wadis im Osten und am Toten Meer. Weiterer Rückgang der Temperaturen, für die Jahreszeit zu kühl. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 14 Grad, Tel Aviv 20 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 21 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Eilat am Roten Meer 25 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt jetzt bei -214.32 m unter dem Meeresspiegel.
Ich hoffe sehr, dass der Genezareth See nun endlich wieder Wasser bekommt, damit der Wasserpegel endlich wieder steigen wird, denn wenn er weiter sinken wird, dann erreicht er bald die sogenannte “schwarze Linie”, dann darf überhaupt kein Wasser mehr aus dem See gepumpt werden, da er dann beginnt, salzig zu werden. Also, wir brauchen viel Regen in diesem Winter.
Und jetzt werfen wir wieder gemeinsam einen Blick auf die Titelseiten der heutigen Tageszeitungen. Heute hat sich jede Zeitung einen andere Titelgeschichte gewählt.

Die erste Seite der Zeitung Maariv beginnt mit einer Meldung über die U-Boot Affäre. ”U-Boot Affäre: Netanjahu sagt aus”. Ministerpräsident Netanjahu soll jetzt dazu Stellung nehen und aussagen, er selbst ist hier nicht unter den Verdächtigen, zwei ihm sehr nahe stehende Rechtsanwälte sind es aber, daher möchte man Netanjahu befragen. Und dann geht es auf fast der ganzen Seite nur um ein Thema: Die Hetze gegen Staatspräsident Reuven Rivlin. „Schluss mit der Hetze“, lautet die Überschrift. Nachdem der Präsident den Antrag auf Begnadigung des Soldaten Elor Azaria abgelehnt hatte, begann eine Welle von Verurteilungen Hetzkampagnen gegen ihn. Unter anderem wurde auf Facebook ein Bild veröffentlicht, auf dem Rivlin mit einer Kufiya, dem arabischen Kopftuch für Männer, zu sehen ist. Daraufhin ließen sich viele Knessetabgeordnete mit einem Schild fotografieren, das zu einem Ende der Hetze gegen den Präsidenten aufruft.
Die Zeitung Jediot Achronot befasst sich auf ihrer Titelseite mit der Situation der Krankenhäuser im Land. “Lagebericht Notaufnahme”, heißt die Überschrift. Die Zeitung hat untersucht, wie die Notaufnahmestationen der verschiedenen Krankenhäuser im Land mit den vielen Menschen, die sich an sie wenden, klar kommen. Leider kommen die meisten nicht klar damit. Die Stationen sind überfüllt, viele Patienten liegen auf den Gängen, die Ärzte, die ihr bestes tun, sind überlastet. Leider ist dieses Problem nicht neu. Dann gibt es noch eine Meldung über den Führer einer Sekte in den USA, die für zahlreiche Morde verantwortlich war. Er ist jetzt im Gefängnis gestorben. Warum das nun für die Titelseite gewählt wurde. Darunter gibt es dann noch eine kleine Überschrift, die für 400.000 Schüler in Israel von Bedeutung ist: “Streik in der Oberstufe”. Auch heute fällt die Schule in der Oberstufe wieder einmal aus. Ein weiterer eintägiger Warnstreik, weil es keinen Fortschritt in den Verhandlungen um die Gehälter gibt.
Wir beenden unseren Überblick mit der Zeitung Israel Hayom. Dort gibt es eine interessante Überschrift. “Der Vater, der Sohn – und der Kampf gegen “Breaking the Silence”. Es geht darum, dass das israelische Außenministerium die Botschaften im Ausland dazu aufgefordert hat, gegen diese Organisation vorzugehen. Für einen Botschafter ist es nicht sehr angenehm. Der neue israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff ist kein anderer als der Vater des Sprechers von “Breaking the Silence”, Dean Issacharoff, derjenige, der darauf besteht, während seiner Armeezeit einen Palästinenser geschlagen zu haben. Eine pikante Situation. Dazu später mehr. Weitere Überschriften der Zeitung beschäftigen sich mit einer Reform der Pflegeversicherungen, dem Regen und der Krise um die Regierungsbildung in Deutschland. “Die Probleme von Merkel”, lautet die Überschrift. Auch ich bin neugierig, wie es jetzt weitergehen wird. Neuwahlen?
Draußen regnet es noch immer, das ist gut. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen und erfreulichen Dienstag. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




