US-Präsident Donald Trump drehte am Mittwoch eine der berüchtigtsten Metaphern des iranischen Regimes gegen dessen eigene Führung und bezeichnete die Machthaber in Teheran als einen „Krebs“, der herausgeschnitten werden müsse.
Bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte vor Beginn eines NATO-Gipfels in Ankara sagte Trump, er sehe nach einer erneuten Welle amerikanischer Luftangriffe kaum noch einen Sinn darin, die Verhandlungen mit dem Iran fortzusetzen.
„Für mich ist es vorbei“, sagte Trump auf die Frage, ob die Angriffe das Ende der mit Teheran unterzeichneten Absichtserklärung bedeuteten. „Ich will mit ihnen nichts mehr zu tun haben.“
„Sie sind Abschaum. Sie sind kranke Menschen. Sie werden von kranken Menschen geführt“, fuhr er fort und fügte hinzu, dass den iranischen Machthabern keine Atomwaffe anvertraut werden könne.
„Was mich betrifft, ist es einfach Zeitverschwendung, mit ihnen zu verhandeln.“
Pres. Trump on ceasefire with Iran: „I think it’s over. I don’t want to deal with them anymore. They’re scum. They’re led by sick people. They’re vicious, violent people. It’s just waste of time dealing with them. They’re liars. They’re something wrong with them. They’re cuckoo!” pic.twitter.com/7jpw7NWB6x
— Arsen Ostrovsky (@Ostrov_A) July 8, 2026
Das von Pakistan vermittelte vorläufige Waffenstillstandsabkommen sollte ursprünglich ein Zeitfenster von 60 Tagen für Verhandlungen über eine dauerhafte Regelung schaffen. Doch die indirekten Gespräche in Katar brachten keinen sichtbaren Durchbruch, während erneute iranische Aktivitäten in der Straße von Hormus die ohnehin fragile Vereinbarung zusätzlich belasteten.
Die Vereinigten Staaten reagierten am Dienstag mit einer neuen Serie militärischer Angriffe und widerriefen zugleich eine Genehmigung, die dem Iran vorübergehend den Verkauf von Rohöl und Erdölprodukten erlaubt hatte.
Trump erklärte, das Verhalten des Regimes während der Verhandlungen habe ihn überzeugt, dass weitere Diplomatie zwecklos sei. Nach Darstellung des Präsidenten seien Absprachen hinter verschlossenen Türen getroffen worden, nur damit iranische Vertreter anschließend öffentlich bestritten hätten, irgendetwas akzeptiert zu haben.
Seine Frustration schien auch seinen Ärger über mutmaßliche iranische Pläne zu seiner Ermordung erneut entfacht zu haben.
„Sie wollen mich ausschalten. Ich stehe auf jeder Liste“, sagte Trump. „Das sind böse, kranke Menschen. Sie sind ein Krebs – und wissen Sie, was man mit Krebs macht? Man muss Krebs früh herausschneiden.“
Trump on the Islamic Regime:
„These are evil, sick people, and we have to rid their cancer. They’re CANCER! And you know what you do? You got to cut out cancer EARLY, man that’s the way I feel”
Come on. Let’s go. pic.twitter.com/T6hzQpVZPc
— Kosher (@koshercockney) July 8, 2026
Die Wortwahl hatte dabei eine besondere Bedeutung.
Über Jahre hinweg hatte die oberste Führung des Iran nahezu dieselbe Bildsprache gegen Israel verwendet und den jüdischen Staat wiederholt als „Krebsgeschwür“ bezeichnet, das beseitigt, entwurzelt oder vernichtet werden müsse.
Am Mittwoch kehrte diese Rhetorik zu ihrem Ursprung zurück.
Das Regime, das Israel jahrzehntelang als Krankheit dargestellt hatte, wurde nun vom amerikanischen Präsidenten mit denselben Worten beschrieben – nicht wegen seiner ethnischen Zusammensetzung oder seiner Bevölkerung, sondern wegen seiner Ideologie und seiner Führung, die nach Atomwaffen strebe, Nachbarstaaten bedrohe und Diplomatie als weiteres Instrument der Konfrontation einsetze.
Trumps Äußerungen deuteten darauf hin, dass die Geduld Washingtons mit dieser Strategie möglicherweise endgültig erschöpft ist.




