(JNS) Die deutsche Polizei hat am Dienstag einen Mann im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Brandanschlag außerhalb einer Synagoge in Gießen nahe Frankfurt festgenommen.
Auf Aufnahmen einer Überwachungskamera des Vorfalls vor der Beith-Jaakov-Synagoge ist zu sehen, wie ein Mann mit schwarzem Rucksack eine Geste ausführt, die dem Hitlergruß ähnelt, bevor er einen großen Stapel Kartons in Brand setzt, der an die Fassade des Gebäudes mit der Synagoge gelehnt war. Anschließend entfernt er sich vom Tatort.
Wie die Polizei der Nachrichtenagentur DPA mitteilte, ist der Mann 32 Jahre alt, handelte offenbar allein und sein Motiv ist bislang unbekannt.
Der Vorsitzende der European Jewish Association (EJA), Rabbi Menachem Margolin, erklärte, die erhobene Hand des Brandstifters sei „eine eindringliche Erinnerung daran, dass der Nationalsozialismus nicht ausgestorben ist“. Die deutschen Behörden und die führenden Vertreter der freien Welt müssten dem wachsenden Extremismus in Europa den Krieg erklären, sagte er gegenüber JNS. „Regierungen im Westen müssen die Sicherheitsmaßnahmen an jüdischen Einrichtungen – Synagogen und Schulen – unverzüglich verstärken.“
Im vergangenen Jahr verzeichnete Deutschland einen historischen Anstieg antisemitischer Vorfälle mit 8.627 Fällen – der höchsten jemals dokumentierten Jahreszahl. Das entspricht einem Zuwachs von 80 Prozent gegenüber dem Jahr 2023.
Diese Zahlen stammen aus dem Bericht 2024 der Bundesstelle für Antisemitismusforschung und -information (RIAS), die solche Vorfälle bundesweit seit 2018 und in Berlin seit 2015 erfasst.
Im Durchschnitt bedeutete die Zahl für 2024 etwa 24 Vorfälle pro Tag – oder einen pro Stunde –, wie die gemeinnützige Organisation feststellte.




