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Israelische Delegation reist zur Arrow-3-Übergabe nach Deutschland

Erster operativer Meilenstein im größten Rüstungsabkommen der israelischen Geschichte.

Das Arrow-3-System wird gemeinsam vom DDR&D des IMOD und der US-amerikanischen Missile Defense Agency (MDA) entwickelt und hergestellt. Quelle: Israelisches Verteidigungsministerium.

Eine israelische Verteidigungsdelegation ist zu Wochenbeginn nach Deutschland gereist. Dort findet eine Zeremonie statt, bei der die ersten operativen Fähigkeiten des Raketenabwehrsystems Arrow 3 offiziell übergeben werden. Damit beginnt die praktische Umsetzung des Abkommens, das Israel und Deutschland im September 2023 unterschrieben haben – der größte Rüstungsdeal, den Israel je abgeschlossen hat, im Wert von rund 3,5 Milliarden Dollar.

Geleitet wird die Delegation von Generaldirektor Amir Baram. Mit ihm reisen auch Daniel Gold, Leiter der Forschungs- und Entwicklungsdirektion, Boaz Levy, der Chef von Israel Aerospace Industries, sowie Moshe Patel, der Direktor der israelischen Raketenabwehrorganisation. Ihre Teilnahme zeigt, wie wichtig dieser Schritt für Israel ist und wie eng beide Länder bei Arrow 3 zusammenarbeiten.

 

Warum Deutschland Arrow 3 braucht

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat sich die sicherheitspolitische Lage in Europa deutlich verändert. Deutschland sucht nach einem zuverlässigen Schutz gegen ballistische Raketen, die hohe Reichweiten haben und auf Flugbahnen unterwegs sind, die klassische Luftabwehrsysteme kaum erreichen können.

Mit Arrow 3 schließt Deutschland genau diese Lücke. Das System kann anfliegende Raketen schon außerhalb der Erdatmosphäre, also in mehr als 100 Kilometern Höhe, abfangen. Damit bildet Arrow 3 die oberste Schicht der geplanten europäischen Luft- und Raketenabwehr („Sky Shield Initiative“) und bietet Schutz gegen Bedrohungen, die bisher in Europa nicht abgefangen werden konnten.

Der damalige israelische Ministerpräsident Naftali Bennett und der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Jerusalem, 2. März 2022. Foto: Ohad Zwigenberg/POOL

Die deutsche Anfrage für Arrow 3 geht zurück auf ein Treffen zwischen Israels damaligem Ministerpräsidenten Naftali Bennett und Bundeskanzler Olaf Scholz im März 2022. Bei diesem Besuch in Jerusalem brachte Scholz erstmals offiziell zum Ausdruck, dass Deutschland Interesse an Arrow 3 hat und eine mögliche Beschaffung prüfen möchte. Israel unterstützte das Vorhaben von Beginn an, musste jedoch zunächst die Zustimmung der USA einholen, da Arrow 3 gemeinsam mit der amerikanischen Raketenabwehrbehörde entwickelt wurde.

 

Arrow 3 – Entwicklung, Bedrohungslage und realer Einsatz

Arrow 3 wurde in Israel als Antwort auf die wachsende Bedrohung durch das iranische Raketenprogramm entwickelt. In den vergangenen Jahren musste Israel mehrfach große Raketenangriffe aus dem Iran abwehren.

Das Arrow-3-System kam in Israel bereits unter realen Gefechtsbedingungen zum Einsatz. Öffentlich wurde das, als Israel Aerospace Industries nach einem iranischen Raketenangriff den erfolgreichen Abfang bestätigte.

Auch die Jerusalem Post berichtete, dass Arrow 3 während dieses Angriffs operativ eingesetzt wurde und half, die Bedrohung zu neutralisieren.

Das Arrow-System beim Abfangen iranischer ballistischer Raketen während der Operation „Ein Volk wie ein Löwe“ im Juni 2025. Foto: Israelisches Verteidigungsministerium.

Diese nachgewiesene Einsatzfähigkeit war ein wichtiger Faktor für Deutschland. Arrow 3 wurde nicht nur getestet, sondern hat sich bereits im Ernstfall bewährt.

 

Was die Übergabe jetzt bedeutet

Deutschland erhält mit dieser Übergabe noch nicht die gesamte Arrow-3-Batterie. Diese soll wie vorgesehen erst bis Ende 2025 geliefert werden.

Die jetzige Zeremonie markiert vielmehr den Beginn der praktischen Zusammenarbeit: Deutschland bekommt erste Systemkomponenten und technische Freigaben, kann eigenes Personal schulen und die Integration vorbereiten. In großen internationalen Verteidigungsprojekten ist das ein normaler Zwischenschritt und ein wichtiger Teil des Weges zur vollen Einsatzbereitschaft.

Arrow 3 im Einsatz. Video: Israelisches Verteidigungsministerium.

 

Arrow 3 – Abwehr im Weltraum

Arrow 3 ist seit dem 18. Januar 2017 in Israel operativ. Das System zerstört anfliegende Raketen durch einen direkten kinetischen Treffer („Hit-to-Kill“), also ohne Sprengkopf. Dadurch können Bedrohungen ausgeschaltet werden, noch bevor sie wieder in die Erdatmosphäre eintreten.

Diese Fähigkeit – im Weltraum abzufangen – macht Arrow 3 zu einem der modernsten Raketenabwehrsysteme der Welt.

 

Unterzeichnung des Vertrags und Rolle der USA

Der Vertrag über den Verkauf des Systems wurde am 28. September 2023 in Berlin von Israels damaligem Verteidigungsminister Yoav Galant unterzeichnet.

Der damalige israelische Verteidigungsminister Yoav Galant (links) und der damalige deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius geben sich nach der Unterzeichnung eines Abkommens über den Kauf des israelischen Raketenabwehrsystems Arrow 3 in Berlin am 28. September 2023 die Hand. Foto: EPA/HANNIBAL HANSCHKE.

Dieser Schritt war nur möglich, weil die USA zuvor ihre Zustimmung zur Ausfuhr gegeben hatten. Arrow 3 wurde gemeinsam mit der amerikanischen Raketenabwehrbehörde entwickelt, und ohne ihre Genehmigung darf Israel das System nicht an andere Staaten verkaufen. Die amerikanische Freigabe kam am 17. August 2023 – ein entscheidender Moment, der den Weg für das historische Abkommen frei machte.

Um die fristgerechte Produktion und Lieferung zu sichern, genehmigte der Deutsche Bundestag im Juni 2024 Vorauszahlungen von bis zu 560 Millionen Euro. Deutschland ist damit der erste Staat außerhalb Israels, der dieses System erhält.

 

Ausblick

Mit der jetzigen Übergabe beginnt für Deutschland eine Phase intensiver Vorbereitung. Techniker und Soldaten werden ausgebildet, Software wird integriert und die Infrastruktur angepasst. Schritt für Schritt sollen bis Ende 2025 alle Komponenten geliefert, getestet und in Betrieb genommen werden.

Damit wird eines der wichtigsten sicherheitspolitischen Projekte zwischen Israel und Deutschland Stück für Stück Realität.

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Patrick Callahan

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4 Kommentare zu “Israelische Delegation reist zur Arrow-3-Übergabe nach Deutschland”

  1. Anke Philipp sagt:

    Es wäre vielleicht sinnstiftender, die deutsche Regierung hätte Geld für Betonpoller und knowhow in der Terrrorismusbekämpfung ausgegeben.
    Das wäre dann auch nicht so teuer angesichts der Riesenschulden, die dem Bürger und nachfolgenden Generationen durch diese Regierung aufgebürdet wurden.
    Jeder, der die Geschichte des Westens im Allgemeinen und die Geschichte der Nato im Besonderen verfolgt, kann verstehen, dass die Bedrohung nicht von Russland kommt.
    Was würde Russland im Falle eines Angriffes in Europa erwarten?
    Chaos und der Blick in den Abgrund.
    Israel braucht gesichert ein gutes Waffenarsenal, in Europa lauert die Gefahr eher im Inneren.

  2. Roland Kunz sagt:

    Natürlich ist der Arrow-Deal mit Deutschland für Israel von grosser wirtschaftlicher Bedeutung, auch hinsichtlich weiterer System-Verkäufe. Dennoch hätte Israel Deutschland mal zappeln lassen sollen, nachdem Merz – vielleicht schon bald wieder Ex-Kanzler – Israel Waffenlieferungen verwehrt hat, statt sich Seite an Seite mit Israel gegen die Hamas einzusetzen. Dieser Einsatz hätte beispielsweise Druck auf Ägypten sein können, um den Weg für die palästinensische Zivilbevölkerung in den Sinai frei zu bekommen, damit eine Triage von den Kombattanten hätte erzielt werden können mit nachfolgend effizienterer Bekämpfung der Terroristen. Aber es war für Merz angesichts der ethnischen Demografie im Lande einfacher, in populistischer Weise Israel vorzuführen, als mutig und in staatsmännischer Art Israel im Kampf gegen das Böse zu unterstützen.

  3. j-glaesser sagt:

    Liebe Grüße vom DEUSCHEN VOLK (CDU, AfD, BSW, SPD, Bündnis90/Die Grünen, …)!
    Die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) hat am 2. Dezember 2025 eine Resolution verabschiedet, in der Israel zum Rückzug aus den Golanhöhen aufgefordert wird. 123 Länder stimmten dafür (darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz), sieben stimmten dagegen und 41 enthielten sich der Stimme.

  4. j-glaesser sagt:

    Tschechien enthält sich bei Abstimmung weiterer UN-Resolution zu Israel.

    Tschechien hat sich in der Nacht zum Mittwoch in der Vollversammlung der UNO bei der Abstimmung einer weiteren Resolution zu Israel enthalten. Darin wird Israel aufgefordert, sich aus dem Westjordanland und aus Ost-Jerusalem zurückzuziehen. Tschechien und Ungarn waren die einzigen EU-Länder, die das Dokument nicht unterstützten, Ungarn hat dagegen gestimmt.

    Insgesamt waren 151 UN-Staaten dafür und elf dagegen, neun enthielten sich. Die Resolution ist nicht bindend. Sie ruft die Welt auf, Israels Souveränität nicht anzuerkennen auf dem Gebiet, das es seit 1967 besetzt hält. Über diese Resolution stimmt die UN jedes Jahr ab, Tschechien hatte sich auch im vergangenen Jahr enthalten. (Radio Prague International)

    DEUTSCHLAND ist falsch und verlogen – der Massenmörder außer Dienst!
    Schon zwischen 1918 bis 1938 war die Tschecheslowakei ein Zentrum der Menschlichkeit / Demokratie. Deshalb war sie ja bei Httler und Co, inclusive den sogenannten Sudetendeutschen verhaßt.

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