Israelische Technologie soll Deutsche vor Raketen schützen

In Deutschland wird darüber nachgedacht, das israelische Raketenabwehrsystem „Arrow 3“ zu erwerben

Arrow 3 Foto: Israelisches Verteidigungsministerium

Vor einigen Tagen wurde in den deutschen Medien von einem Plan der Bundesregierung berichtet, wonach in Deutschland angesichts des Krieges in der Ukraine eine Raketenabwehr errichtet werden soll. Bei dem Begriff Raketenabwehr denken viele sofort an die israelische Eiserne Kuppel, dem Iron Dome, der entwickelt wurde, um die Raketen der Hamas aus dem Gazastreifen abzuwehren. Mehrere Auseinandersetzungen mit der Hamas haben die Wirksamkeit des Systems gegen die Raketen bewiesen.

Der Iron Dome ist in der Lage, Kurzstreckenraketen und Mörsergranaten mit einer Treffsicherheit von 90 Prozent abzuwehren. Um gegen einen eventuellen russischen Raketenangriff gefeit zu sein, braucht man ein entsprechendes Abwehrsystem. Auch dafür hat Israel mit dem unter dem Namen „Arrow 3“ bekannten System. Das von den Israeli Aerospace Industries zusammen mit Boeing entwickelte System soll vor Angriffen durch Mittelstreckenraketen größerer Reichweite schützen.

Und an diesem System soll Deutschland nun Interesse gezeigt haben. Man erwägt die Errichtung eines Raketenschutzschildes für Deutschland, ganz nach dem Vorbild in Israel. Zu diesem Zweck war in der vergangenen Woche eine Delegation hochrangiger deutscher Beamter zu Besuch in Israel, um über die mögliche Beschaffung israelischer Raketenabwehrsysteme zu sprechen. Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz bestätigte vor kurzem in der Talkshow „Anne Will“, dass man sich über dieses Thema beraten würde. Man müsse sich auf einen „Nachbarn“ vorbereiten, der bereit sei, mit Gewalt seine Interessen durchzusetzen, sagte Scholz.

Sollte sich die deutsche Regierung für die Anschaffung des israelischen „Arrow 3“ Raketenabwehrsystems entscheiden, so würden die Kosten dafür laut Bild am Sonntag bei etwa zwei Milliarden Euro liegen. Da Arrow 3 bereits existiert, könnte es schon im Jahr 2025 einsatzfähig sein, so die Zeitung.

Der Gedanke daran, dass israelische Technologie eine wichtige Rolle in der Verteidigung Deutschlands spielen könnte, kann viele Emotionen erwecken. Vor fast 80 Jahren war es Deutschland, das für den Mord an 6 Millionen Juden verantwortlich war. Seitdem ist viel geschehen. Das Jüdische Volk ist nach Israel zurückgekehrt und hat seinen eigenen Staat bekommen. Israel ist Teil der Nationen der Welt geworden und es hat sich sehr schnell zu einem der technisch fortschrittlichsten Länder entwickelt.

Und auch die Beziehungen zu Deutschland haben sich im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt. Deutschland gilt heute als einer der engsten Freunde Israels, auch wenn man das bei einigen UN-Abstimmungen nicht immer sehen konnte. Allerdings haben wir durch Israels Einstellung zur russischen Invasion in der Ukraine gelernt, dass viele Entscheidungen einen rein politischen Hintergrund haben.

Nicht weniger als 25000 Israelis sollen heute mittlerweile in Deutschland leben, der größte Teil von ihnen in Berlin, das sich für die Israelis zu einer der populärsten Städte der Welt entwickelt hat.

Sollte es wirklich dazu kommen, dass ein israelisches Raketenabwehrsystem die Deutschen vor einem eventuellen Raketenangriff schützen soll, könnte man das als Schließung eines Kreises sehen. Wer hätte damals, als Juden in Deutschland verfolgt und vernichtet wurden, daran gedacht, dass Deutschland etwa 80 Jahre später daran denkt, seinen Luftraum durch ein von Israel, von Juden, entwickeltes Abwehrsystem verteidigen zu lassen.

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