Die israelischen Sicherheitskräfte haben erneut einen schweren Schlag gegen den iranischen Terrorapparat geführt. Wie die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) und der Inlandsgeheimdienst Shin Bet am Mittwoch mitteilten, gelang es ihnen, einen großangelegten Waffenschmuggel aus dem Iran zu vereiteln, der für Terrorzellen in Judäa und Samaria bestimmt war.
Ausgangspunkt der Enthüllung war die Festnahme eines Waffenhändlers aus dem Raum Ramallah vor einigen Monaten. Im Verlauf der Ermittlungen stellten die Behörden fest, dass der Mann Teil eines Netzwerks war, das im Auftrag iranischer Stellen Waffen in israelisch kontrollierten Gebieten schmuggeln wollte. Ziel des Plans war es, dort Terrorzellen zu bewaffnen, die Anschläge gegen israelische Zivilisten und Soldaten verüben sollten.
Das beschlagnahmte Waffenarsenal verdeutlicht das Ausmaß der iranischen Operation:
- 29 Claymore-Minen, vier Drohnen – darunter zwei Sprengdrohnen,
- 15 Panzerabwehrraketen,
- ein RPG-Abschussgerät mit drei Raketen,
- 20 Handgranaten,
- 53 Pistolen,
- sieben Sturmgewehre,
- neun Maschinengewehre, sowie
- 750 Schuss Pistolenkugeln.
Laut IDF steht dieser Fund in einer Reihe ähnlicher Abfangaktionen vom März und November 2024.

Hinter der Lieferung stehen die iranischen Einheiten 4000 und 840 der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC). Beide sind Teil der Quds-Force und operieren hauptsächlich von Syrien aus. Sie unterstehen dem Kommandeur Asghar Bakri, der schon länger als Schlüsselfigur in der Unterstützung pro-iranischer Terrorzellen in der Region gilt. Bereits im Juli 2024 hatten die IDF und der Shin Bet im Libanon zwei führende Mitglieder dieses Netzwerks, Qassem al-Husseini und Muhammad Sha’ib, gezielt ausgeschaltet.
Parallel zur Aufdeckung des Schmuggels führten israelische Truppen in der Nacht zum Dienstag drei groß angelegte Antiterror-Operationen in Judäa und Samaria durch. Gemeinsam mit dem Shin Bet und der Grenzpolizei durchsuchten sie über 200 Gebäude, nahmen mehrere Verdächtige fest, zerstörten eine Sprengvorrichtung und beschlagnahmten Waffenbauteile, Molotowcocktails, Propagandamaterial und Kampfausrüstung.
Die Einsätze wurden auf drei Brigaden verteilt: Die Binyamin-Brigade operierte im Raum Ramallah, unter anderem in den Flüchtlingslagern Jalazone und Qalandiya, wo drei Terrorverdächtige festgenommen wurden. Die Ephraim-Brigade durchsuchte Gebiete in Qalqilya und Tulkarm, stellte dort Hamas-Flaggen und eine Sprengvorrichtung sicher. Gleichzeitig führte die Judah-Brigade Einsätze im Raum Hebron und in sieben umliegenden Dörfern durch, nahm einen Terrorverdächtigen fest und konfiszierte weitere Waffenteile.
Nach Angaben der Sicherheitsbehörden sind diese Maßnahmen Teil einer fortlaufenden Kampagne, um terroristische Infrastruktur zu zerstören und Anschläge auf Israelis zu verhindern. Die IDF betonte, dass die Bemühungen Teherans, Terrorgruppen in den palästinensischen Gebieten mit Waffen zu versorgen, Teil einer breiteren Strategie seien, um die Region zu destabilisieren.

Der vereitelte Schmuggel zeigt einmal mehr, wie aktiv die iranischen Revolutionsgarden versuchen, ihren Einfluss auch in Judäa und Samaria auszuweiten. Während Israel seine Grenzen im Norden und Süden gegen Angriffe aus dem Libanon, Syrien und Gaza sichert, versucht Teheran offenbar, auch im Herzen des Landes Unruhe zu stiften. Die enge Zusammenarbeit zwischen Militär, Geheimdienst und Polizei hat erneut verhindert, dass diese Pläne Wirklichkeit werden – doch der Kampf gegen den iranischen Terror bleibt eine ständige Herausforderung.




