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Shin-Bet-Chef Ronen Bar tritt wegen Versäumnissen am 7. Oktober zurück

„Nach Jahren an vielen Fronten stürzte in einer Nacht an der Südfront der Himmel ein. Alle Systeme brachen zusammen. Auch der Shin Bet versagte darin, eine frühzeitige Warnung zu geben.“

Shin Bet
Der Chef des Shin Bet, Ronen Bar, nimmt an einer Zeremonie in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem anlässlich des jährlichen Holocaust-Gedenktages teil. 23. April 2025. Foto: Chaim Goldberg/Flash90.

Der Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Bet, Ronen Bar, kündigte am Montag an, dass er am 15. Juni zurücktreten werde. Er übernahm damit die persönliche Verantwortung für das Versagen der Behörde, den Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 zu verhindern.

„Nach Jahren an vielen Fronten stürzte in einer Nacht an der Südfront der Himmel ein. Alle Systeme brachen zusammen. Auch der Shin Bet versagte darin, eine frühzeitige Warnung zu geben“, sagte Bar während einer Gedenkveranstaltung für gefallene Mitarbeiter des Shin Bet. „Als Chef der Organisation habe ich die Verantwortung übernommen.“

Das Massaker vom 7. Oktober forderte etwa 1.200 Todesopfer und führte zur Entführung von 251 Geiseln nach Gaza. Israelische Offizielle bezeichneten den Angriff als das größte nachrichtendienstliche Versagen in der Geschichte des Landes.

Bars Rücktritt erfolgt vor dem Hintergrund umfassender Kritik an den strategischen Annahmen Israels gegenüber der Hamas vor dem 7. Oktober. Diese Fehleinschätzungen trugen wesentlich zur mangelnden Vorbereitung auf den Angriff bei.

Bar, der 2021 ernannt wurde, diente fast drei Jahrzehnte im Shin Bet, unter anderem in leitenden Positionen im Bereich Terrorismusbekämpfung. In den vergangenen Monaten war der Dienst unter seiner Führung maßgeblich an der Zerschlagung der Terrorinfrastruktur der Hamas im Gazastreifen beteiligt.

Die Regierung wird voraussichtlich umgehend mit dem Verfahren zur Ernennung eines Nachfolgers beginnen, da Israel mit sich wandelnden Sicherheitsbedrohungen an mehreren Fronten konfrontiert ist.

Israels Präsident Isaac Herzog dankte Bar für dessen jahrzehntelangen Dienst und bezeichnete seinen Schritt als „verantwortungsvollen Schritt“. Er forderte die Einsetzung einer umfassenden staatlichen Untersuchungskommission zu den Versäumnissen, die zum 7. Oktober führten. Herzog betonte, der Shin Bet müsse über der Politik stehen und lobte die Einsatzbereitschaft der Agenten, die ihr Leben zum Schutz des Landes riskierten. Mit Blick auf den bevorstehenden Gedenktag erklärte Herzog, dass er an der Seite aller Mitarbeiter des Shin Bet stehe und für ihren Erfolg und ihre Sicherheit bete.

 

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Patrick Callahan

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