Israel führte in den frühen Morgenstunden des Dienstags einen Präzisionsluftangriff auf die Hisbollah-Hochburg Dahieh südlich von Beirut im Libanon durch.
Laut israelischen Regierungsvertretern wurde ein Mitglied der Hisbollah angegriffen, das mit Hamas-Mitgliedern zusammengearbeitet hatte, um einen bevorstehenden Angriff auf israelische Zivilisten zu organisieren.
Die Behörden gaben an, dass die Person eine direkte Bedrohung darstellte, was ein sofortiges Eingreifen erforderlich machte, um sie auszuschalten. Sowohl die israelischen Streitkräfte als auch der israelische Sicherheitsdienst (Shin Bet) bekräftigten ihre anhaltenden Bemühungen, potenzielle Gefahren für israelische Bürger abzuwehren.
Das libanesische Gesundheitsministerium berichtete, dass bei dem Angriff mindestens drei Menschen getötet und sieben verletzt wurden. Der Vorfall ereignete sich nur wenige Tage nach einem weiteren israelischen Luftangriff in demselben Gebiet – der erste derartige Einsatz seit dem Waffenstillstand, der die Feindseligkeiten zwischen Israel und der Hisbollah im November beendete. Bei diesem früheren Angriff soll eine Einrichtung der Hisbollah angegriffen worden sein, in der Drohnen gelagert wurden. Zuvor hatte Israel die Gruppe beschuldigt, Raketen auf Nordisrael abgefeuert zu haben.
Als Reaktion darauf forderten libanesische Regierungsbeamte und Militärführer die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf Israel auszuüben, damit es seine Militäraktionen einstellt und sich aus dem libanesischen Hoheitsgebiet zurückzieht. Die Hisbollah hat noch keine offizielle Erklärung zu dem jüngsten Vorfall abgegeben.
Der Generalsekretär der Hisbollah, Naim Qassem, warf Israel am Samstag vor, das Waffenstillstandsabkommen vom November verletzt zu haben, und warnte, dass die Terrorgruppe handeln werde, sollte es der libanesischen Regierung nicht gelingen, die Angelegenheit diplomatisch zu lösen.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun und Ministerpräsident Nawaf Salam äußerten nach dem jüngsten israelischen Angriff scharfen Protest.
In einer vom Büro des Präsidenten veröffentlichten Erklärung bezeichnete Aoun den Vorfall als eine „ernste Eskalation“ und rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Souveränitätsrechte des Libanon zu bekräftigen. Er betonte die Notwendigkeit erneuter diplomatischer Bemühungen und forderte die Verbündeten des Libanon auf, eine klare Haltung gegen Maßnahmen einzunehmen, die die territoriale Integrität des Landes bedrohen.
Salam erklärte in einer separaten Ansprache, der Angriff gefährde den derzeit bestehenden fragilen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah. Er argumentierte, der Schlag stelle eine direkte Verletzung der Resolution 1701 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen dar – jenes Abkommens, das den Konflikt von 2006 beendete und die Grundlage für den im November vermittelten Waffenstillstand bildete. Salam bezeichnete den Angriff als eine „eklatante Störung der regionalen Stabilität“ und hob die Notwendigkeit internationaler Kontrolle und Zurückhaltung hervor.




